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Fluoridempfehlung: Augen auf beim Zahnpastakauf.

500 ppm oder 1.000 ppm Fluorid in der Zahnpasta? Wer Kinder hat, sollte sich über die aktuelle Fluoridempfehlung für Kinder informieren. Denn die wurde geändert.

Erhöhter Fluoridgehalt in Kinderzahnpasten

Unzählige Studien zeigen, dass – neben der Verringerung des Zuckerkonsums und der regelmäßigen und gründlichen Entfernung von Zahnbelägen – die Fluoridierung eine wirksame Waffe im Kampf gegen Karies ist. Am weitesten verbreitet ist der Zusatz von Fluorid in Zahnpasten. Während Zahnpasten für Erwachsene maximal 1500 ppm (parts per million) Fluorid enthalten, ist in Kinderzahnpasten der Fluoridgehalt reduziert.

Bis 2019 hatten Kinderzahnpasten einen Fluoridgehalt von maximal 500 ppm. Durch eine Empfehlung der zahnärztlichen Fachgesellschaften wurde 2019 der Fluoridgehalt in Kinderzahnpasten 500 ppm auf 1.000 ppm verdoppelt, da die Wirksamkeit der geringeren Fluoridmenge nicht nachgewiesen ist. Was jedoch nicht bedeutet, dass eine Fluoridmenge von 500 ppm nicht auch wirksam ist. Sie ist aber geringer wirksam. Weshalb die europäische Fachgesellschaft für Kinderzahnheilkunde (EAPD) bereits seit 2009 für Kinder ab dem 2 Jahren die Verwendung von Zahnpasten mit 1.000 ppm Fluorid. Die American Dental Association (ADA) empfiehlt diese Fluoridmenge schon beim Durchbruch des ersten Zahns.

Das Bundesamt für Risikobewertung (BfR) geht zwar auch davon aus, dass Fluorid die Widerstandsfähigkeit des Zahnschmelzes stärkt und damit das Risiko für Karies verringert. Belege für die bessere Wirksamkeit der höheren Fluoriddosierung fehlen dem Bundesamt allerdings:

„Es gibt keine eindeutigen Belege dafür, dass eine Zahnpasta mit 500 ppm Fluorid (entspricht 0,05 % Fluoridanteil) weniger wirksam ist als eine mit 1000 ppm (0,1 % Fluorid).“

Stellungnahme Nr. 015/2018 des BfR vom 31. Mai 2018

Neue Fluoridempfehlung macht es nicht leichter

So weit, so gut. Aber, durch die neue Fluoridempfehlung wird die Anwendung schwieriger. Denn bei Verwendung einer Kinderzahnpasta mit 1.000 ppm sollen Kinder ab dem Durchbruch des ersten Zahnes bis zum zweiten Geburtstag ihre Milchzähne zweimal täglich mit einer reiskorngroßen Menge Kinderzahnpasta putzen, bzw. putzen lassen. Verwenden Sie stattdessen eine Kinderzahnpasta mit 500 ppm, dann sollten Sie zweimal täglich eine erbsengroße Portion Zahnpasta auf die Zahnbürste drücken. Mit dem Durchbruch der ersten bleibenden Zähne im Alter von etwa sechs Jahren, können Kinder Erwachsenenzahnpasta mit 1.500 ppm Fluorid zweimal täglich benutzen.

Egal ob nun 1.000 ppm oder nur 500 ppm Fluorid: Die verabreichte Menge an Fluorid ist bei beiden Anwendungsarten fast gleich groß (0,1 g × 1.000 ppm = 0,1 mg, 0,25 g × 500 ppm = 0,125 mg). Nur die auf die Zahnbürste aufgebrachte Menge an Zahnpasta ist unterschiedlich. Dennoch ist es sicherlich einfacher, die Größe einer Erbse auf die Zahnbürste zu platzieren als ein kleines Reiskorn nachzubilden. Das gilt natürlich auch für Erzieherinnen und Erzieher in Kindertageseinrichtungen, die das tägliche Zähneputzen in der Einrichtung praktizieren.

Die neuen Zahnpastamengen bei Kinderzahnpasta mit 1.000 ppm Fluorid:
Reiskorngröße bei 0-2-Jährigen, Erbsengröße bei Kindern über 2 Jahren.

Augen auf beim Zahnpastakauf

Da (noch) nicht alle Hersteller von Kinderzahnpasta die neue Fluoridempfehlung bei Ihren Produkten umsetzen und nicht alle Produkte, die der alten Empfehlung entsprechen, abverkauft sind, stehen in den Regalen der Supermärkte und Drogerien sowohl Kinderzahnpasten mit 500 ppm als auch mit 1.000 ppm. Also Augen auf beim Zahnpastakauf! Denn Reiskorn oder Erbse ergibt sich aus dem jeweils angegebenen Fluoridgehalt. Laut ÖKO-Test gibt es hierzu bei einigen Zahnpasten noch Verbesserungsbedarf.

„Auf rund der Hälfte aller Zahnpasten für Milchzähne fehlen solche Hinweise zu Fluorid. Oft mangelt es auch an Informationen zur Dosierung und Anwendungshäufigkeit, teilweise vermissen wir Altersangaben. Auch diese Infos sind wichtig, damit Kinder die für ihr Alter richtige Menge an Fluorid erhalten.“

ÖKO Test

Korrekte Fluorid-Dosierung ist wichtig

Dabei ist gerade bei Kindern die korrekte Dosierung des Fluorids besonders wichtig. Während zu wenig Fluorid keinen ausreichenden Kariesschutz bietet, kann zu viel Fluorid sich schon vor dem Durchbruch der bleibenden Zähne in diese einlagern und kreidig-weiße Flecken verursachen. Ein erstes Anzeichen einer Dental-Fluorose, also einer Fluoridüberdosierung.

Bleibt die Frage: Wäre es nicht einfacher, zwei Zahnpasten, nämlich eine für Kinder bis zum zweiten Geburtstag mit 500 ppm Fluorid, und eine für Kinder ab zwei Jahren bis zum sechsten Geburtstag mit 1.000 ppm zu produzieren? Dann wäre die Fluoridkonzentration jeweils altersgerecht, aber die auf die Zahnbürste aufgebrachte Zahnpastamenge wäre immer erbsengroß.

(zpl, Foto: © proDente e.V./ Dirk)

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