Blog Zahnputzladen

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Zahnpflege auf höchstem Niveau

Zahnaufhellung voll im Trend

Zahnaufhellung oder Bleaching (von englisch to bleach „bleichen“) mit speziellen Bleichmitteln liegt voll im Trend. Dabei ist dieser Trend nicht neu, stammt doch der bisher älteste bekannte Bericht über die Verwendung von Wasserstoffperoxid als Bleichmittel für Zähne aus dem Jahr 1884. Es benötigte dann jedoch weiterer siebzig Jahre und eines Zufalls, bis das Bleichen der Zähne in die Zahnarztpraxis einzog: Zur Desinfektion bei Zahnfleischentzündungen setzten amerikanische Mediziner in den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts Carbamidperoxid ein. Als Nebeneffekt bemerkten sie, dass die Zähne weißer wurden.

Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Arzt….

Aber reichen Schiene oder Pinsel in der Heimanwendung aus, oder werden High-Tech-Verfahren, zum Beispiel Laser, in der Zahnarztpraxis für ein weißes Ergebnis benötigt? Wie steht es um Nebenwirkungen und Kosten?

Reicht die Schiene aus, oder werden High-Tech-Verfahren benötigt?
Reicht die Schiene aus, oder werden High-Tech-Verfahren benötigt?

Die gängigen Bleichmittel verwenden als Wirkstoff Wasserstoffperoxid, Natriumpercarbonat oder das bereits erwähnte Carbamidperoxid, wobei auch bei Natriumpercarbonat und Carbamidperoxid Wasserstoffperoxid freigesetzt wird. Das Wasserstoffperoxid dringt durch den Schmelz bis in das Dentin vor und zerstört dort vorhandene Farbpigmente durch Oxidation. Zur Bestimmung des Bleicherfolges können Farbvergleichsmuster verwendet werden.

Seit 2012 neue Kosmetikverordnung der EU

Bis 2012 konnten Zahnaufhellungsmittel mit einer Bleichmittelkonzentration von unter 10 Prozent frei verkauft und zu Hause angewendet werden („home-bleaching“). Durch eine Richtlinie der Europäischen Union (2011/84EU) und der daraus resultierenden Änderung der Kosmetikverordnung ist dies seit dem 31. Oktober 2012 nicht mehr erlaubt. Die Kosmetikverordnung stellt klar, dass Zahnbleichmittel mit einer Konzentration zwischen 0,1 % und 6 % Wasserstoffperoxid nur an Zahnärzte abgegeben werden dürfen. Die erste Anwendung des Bleichmittels muss in der Zahnarztpraxis erfolgen („in-office-bleaching“). Erst dann kann das Aufhellungsmittel auch zu Hause angewendet werden. „In jedem Anwendungszyklus muss die erste Anwendung stets einem Zahnarzt vorbehalten sein oder unter dessen direkter Aufsicht erfolgen, soweit ein gleichwertiges Sicherheitsniveau gewährleistet ist. Danach muss das Mittel dem Verbraucher über den verbleibenden Anwendungszyklus bereitgestellt werden. Eine Abgabe an Minderjährige ist verboten. Diese Vorgabe gilt erneut für jeden einzelnen Anwendungszyklus.“ (Bundeszahnärztekammer 2012).

Nebenwirkungen sind möglich

Zur Anwendung daheim werden meistens Schienenbleichverfahren eingesetzt. Das Bleichmittel wird in eine Schiene, die dem Zahnbogen angepasst ist, eingefüllt und die Schiene über die Zähne geschoben. Daneben gibt es auch Verfahren, bei denen das Bleichmittel mit Hilfe einer Folie („Strip“) an den Zähnen befestigt wird. Die Wirksamkeit dieser Verfahren wurde in zahlreichen klinischen Untersuchungen bestätigt (vgl. Zantner et al. 2006).

Zum Aufhellen werden auch Bleaching-Strips angeboten, bei denen das Bleichmittel an einer Trägerfolie ("Strip") haftet. Zur Kontrolle der Aufhellung können Farbvergleichsmuster verwendet werden.
Zum Aufhellen werden auch Bleaching-Strips angeboten, bei denen das Bleichmittel an einer Trägerfolie („Strip“) haftet. Zur Kontrolle der Aufhellung können Farbvergleichsmuster verwendet werden.

Die in diesen Studien beschriebenen möglichen lokalen Nebenwirkungen, vor allem die Überempfindlichkeit der Zähne, sind meistens nur von kurzer Dauer. In der Literatur werden vereinzelt Nebenwirkungen beim Bleichen wie Schmelzrisse, rauere Zahnoberfläche oder weicherer Zahnschmelz genannt. Dass der Zahnschmelz bei bestimmten Bleachingprodukten eventuell etwas weicher wird, konnten Wissenschaftler an der Ohio State University bestätigen (http://researchnews.osu.edu/archive/homebleach.htm). Die Kosten für diese Bleaching-Methode sind sehr unterschiedlich, da sie vom verwendeten Produkt abhängen. Günstige Produkte sind bereits für rund 15 EUR erhältlich.

Fluoridierung hilft

Bei Zähnen mit vorgeschädigtem Zahnschmelz (z. B. durch Säure-Erosionen) kann durch das Bleichverfahren eine erhöhte Schädigung des Zahnschmelzes festgestellt werden (vgl. Willershausen et al. 2007). Bei niedrigem ph-Wert und hoher Bleichmittelkonzentration nimmt die Oberflächenrauigkeit des Zahnschmelzes zu. Studien zeigen, dass ein möglicher Härteverlust durch die anschließende Fluoridierung der Zähne wieder rückgängig gemacht werden kann (vgl. Attin 1997; Lewinstein 2004). Sowohl bei professionellen Bleichmethoden in der Zahnarztpraxis als auch bei handelsüblichen Präparaten für die Anwendung daheim.

Bleichmittel kann Zahnfüllungen weicher machen

Die mögliche krebserregende Wirkung von Carbamidperoxid war ebenfalls Gegenstand von Untersuchungen. Fazit: Zahnaufhellungspräparate auf Carbamidperoxid- oder Peroxidbasis werden im Hinblick auf das Risiko möglicher oraler Karzinome als sicher eingestuft (vgl. Munro et al. 2006).

Für alle Bleichtherapien gilt, dass Bleichmittel zur oberflächlichen Erweichung von Zahnfüllungen aus Kunststoff (Komposit) oder Glasionomerzement führen können. Nach Hanning et al. (2006) reicht das Polieren nicht aus, um die Füllungsoberflächen wieder zu härten. Der Befürchtung, dass durch den Kontakt mit Wasserstoffperoxid aus Bleachingmitteln bei Amalgamfüllungen verstärkt Quecksilber freigesetzt wird (Rotstein et al. 2004), widerspricht eine Studie von Al-Salehi (2005). Die Freisetzung nach der Behandlung mit zehnprozentigem Carbamid-Peroxid war zwar leicht erhöht, der Anstieg war aber statistisch nicht signifikant.

Zahnfüllungen und künstliche Zahnkronen werden nicht heller

Besondere Beachtung gilt vorhandenen provisorischen Kronen und Brückenmaterialien aus methacrylathaltigen Kunststoffen, da diese Materialien bei Kontakt mit einem Bleichgel zu einer Gelblichverfärbung neigen. Vorhandene Zahnfüllungen oder Verblendkronen und -brücken lassen sich nicht, oder kaum aufhellen. Deshalb sollte eine Bleichtherapie vor der endgültigen Versorgung mit Füllungen oder Zahnersatz durchgeführt werden.

Auch peroxidfreie Produkte im Handel

Sicherlich auch als Folge der EU-Richtlinie wurden für die Anwendung zu Hause neue Bleaching-Produkte entwickelt, die ohne Peroxide auskommen (z.B. BeconfiDent Zahnbleaching-Schaum, Wellsamed Whitening Strips). Anstelle von Peroxid sorgt bei diesen Bleaching-Mitteln beispielsweise Chlordioxid oder Natriumchlorid für die Aufhellung der Zähne. Natriumchlorid setzt in Anwesenheit von Säuren Chlordioxid frei.

Powerbleaching: Wirklich besser?

Immer wieder findet man in Zeitungen und Zeitschriften Berichte über die erfolgreiche Anwendung von „High-Tech“-Aufhellungsmethoden. Beinahe marktschreierisch werden da „revolutionäre“ Bleaching-Verfahren angepriesen. Bei diesen Verfahren wird der der Bleichvorgang mit Licht (z.B. UV-Licht oder Laser) und/oder Wärme beschleunigt („Powerbleaching“). Aber, ist diese Technologie nicht nur teurer, sondern auch wirklich besser und schonender (vgl. Zahnarzt 6/2005)?

Bei Powerbleaching-Verfahren wird ein Teil des Lichtes vom Bleichgel absorbiert und in Wärme umgewandelt. Diese Wärme unterstützt zwar den Bleichvorgang, führt aber dazu, dass verstärkt Peroxide aus dem Bleichmittel in den Zahnnerv (Pulpa) gelangen und der Nerv erwärmt wird. Die Erwärmung ist nicht unerheblich. Sie beträgt bei Laseranwendung (Diodenlaser, 30 s, 3 W, 830 nm) etwa 8 Grad Celsius (vgl. Baik et al. 2001, Eldeniz et al. 2005, Suliemann et al. 2005). Ob dies schädlich ist, kann zurzeit nicht abschließend geklärt werden, da entsprechende Studien fehlen. Allerdings ist bekannt, dass im Tierexperiment bereits eine Temperaturerhöhung des Zahnnervs von 5,5 Grad bei 15 Prozent der Versuchstiere zu einem irreparablen Pulpaschaden führt (Zach, L., Cohen, G. 1965). Powerbleaching bewirkt im Vergleich mit den anderen Bleichverfahren keine bessere Bleichwirkung, erhöht aber möglicherweise das Risiko für Zahnüberempfindlichkeiten (vgl. Peterson, Wiegand 2016).

Walking Bleach bei innerer Verfärbung

Wurzelbehandelte Zähne können sich im Laufe der Zeit dunkel verfärben, da Farbpigmente, z. B. Abauprodukte des Hämoglobins, in die Zahnhartsubstanz einwandern. Bei der Walking-Bleach-Technik wird der Zahn vom Zahnarzt geöffnet und das Bleichmittel wie eine Füllung in den Zahn gegeben. Der Zahn wird dann für etwa eine Woche dicht mit einem Provisorium verschlossen. Wenn das gewünschte Ergebnis erreicht ist, kann die endgültige Versorgung des Zahnes mit einer Füllung erfolgen. Da sich der Bleichvorgang über einen längeren Zeitraum erstreckt, hat man ihn im amerikanischen Schrifttum als „Walking-Bleach-Technik“ bezeichnet.

In verschiedenen experimentellen Untersuchungen konnte belegt werden, dass bei der „Walking-Bleach“-Technik hochkonzentrierte Wasserstoffperoxide oder die Anwendung von Hitze das Auftreten von Schäden an der Zahnhartsubstanz begünstigen (vgl. Friedman et al. 1988; Heithersay et al. 1994; Heithersay 1999). Die Mechanismen, die diese Schäden verursachen, sind nicht hinreichend geklärt.

Empfehlungen

Mit den klassischen Systemen zur Zahnaufhellung, zum Beispiel der Schienenbleichung, lassen sich gute Aufhellungsergebnisse erzielen. Hitzeaktivierte Aufhellungsverfahren („Powerbleaching“) können den Zahnnerv schädigen. Ihre bessere Wirksamkeit ist nicht in jedem Fall sichergestellt. Die Verwendung dieser Verfahren sollte daher kritisch abgewogen werden. Die Kosten für dieses Power-Verfahren liegen bei 500 bis 600 Euro.

Bleichverfahren sind zahnärztliche Maßnahmen und verlangen nach einer korrekten Indikationsstellung. Mit anderen Worten: Vor einer Beichbehandlung sollte in jedem Fall eine zahnärztliche Untersuchung stattfinden (vgl. Attin et al. 2008), und auch die Heimanwendung von Bleichpräparaten sollte vom Zahnarzt betreut werden. Dauerhafte Schäden an Mundschleimhaut oder der Zahnhartsubstanz sind bei Berücksichtigung der Indikation und der korrekten Durchführung der Bleichtherapie mit carbamidperoxidhaltigen Gelen, auf Grund der umfangreichen Untersuchung, nicht zu erwarten.

Im Anschluss an die Therapie ist es empfehlenswert, die Zähne mit einem Fluoridlack zu schützen. Zusätzlich sollte noch für die Dauer von ein bis zwei Wochen eine Zahncremen für überempfindliche Zähne verwendet werden.

Eine Angabe über die Dauer der Aufhellung ist nicht möglich, da das Langzeitergebnis abhängig vom Alter des Patienten und dessen Zahnstruktur, sowie von äußeren Einflüssen wie z. B. Nikotin, ist. Eine erneute Therapie ist möglich.

Literatur
Attin, T., Wiegand, A., Schmidlin, P. R.: Fragen und Antworten zur externen Aufhellungstherapie von Zähnen. Schweiz Monatsschr Zahnmed 2008; 118: 983-987. (pdf-Datei).
Zantner, C., Derdilopoulou, F., Martus, P., Kielbassa, A. M.: Randomized Clinical Trial on the Efficacy of a New Bleaching Lacquer for Selfapplication. Operative Dentistry 2006; 31:308-331. (pdf-Datei).
Lewinstein, I., Fuhrer, N., Churaru, N., Cardash, H.: Effect of different Peroxide bleaching regimens and subsequent fluoridation on the hardness of human enamel and dentin. The Journal of Prosthetic Dentistry 92 (4) [Okt 2004]:337-342. (Zusammenfassung, englisch).
Hannig, C., Duong, S., Becker, K., Brunner, E., Kahler, E., Attin, T.: Effect of bleaching on subsurface micro-hardness of composite and a polyacid modified composite. Dental Materials; online am 20. März 2006. (Zusammenfassung, englisch).
Rotstein, I., Avron, Y., Shemesh, H., Dogan, H., Mor, C., Steinberg, D.: Factors affecting mercury release from dental amalgam exposed to carbamide peroxide bleaching agent. Am J Dent 2004;17;347-350.
Al-Salehi, S. K., Hatton, P. V. , Miller, C. A., Mcleod, C.,  Joiner, A.: The effect of carbamide peroxide treatment on metal ion release from dental amalgam. Dental Materials; online 20. Dezember 2005. (Zusammenfassung, englisch).
Munro, I. C., Williams G. M., Heymann, H. O., Kroes, R.: Tooth whitening products and the risk of oral cancer. Food Chem Toxicol 2006; 44; 301-315. (Zusammenfassung, englisch).
Baik, J. W., Rueggeberg, F. A., Liewehr, F. R.: Effect of light-enhanced bleaching on in vitro surface and intrapulpal temperature rise. J Esthet Restor Dent 2001; 13; 370-378. (Zusammenfassung, englisch).
Bruzell, E. M., Johnsen, B., Aalerud, T. N., Dahl, J. E., Christensen, T.: In vitro efficacy and risk for adverse effects of light-assisted tooth bleaching Tools and Resources. Photochem. Photobiol. Sci. (2009) DOI: 10.1039/b813132e. (Zusammenfassung, englisch).
Eldeniz, A. U., Usumez, A., Usumez, S., Ozturk, N.: Pulpal temperature rise during light-activated bleaching. J Biomed Mater Res Part B: Applied Biomaterials; 2005; 72B (2): 254-259. (Zusammenfassung, englisch).
Suliemann, M., Addy, M., Rees, J. S.: Surface and intra-pulpal temperature rises during tooth bleaching: an in vitro study. British Dental Journal 2005; 199; 37-40. (Zusammenfassung, englisch).
Zach, L., Cohen, G.: Pulp response to externally applied heat. Oral Surgery Oral Medicine Oral Pathology 1965; 19; 515-530.
Jones, A. H., Diaz-Arnold, A. M., Vargas, M. A., Cobb, D. S.: Colorimetric assessment of laser and home bleaching techniques. J Esthet Dent 1999; 11; 87-94. (Zusammenfassung, englisch).
Friedman, S., Rotstein, I., Libfeld, H., Stabholz, A., Heling, I.: Incidence of external root resorption and esthetic results in 58 bleached pulpless teeth. Endod Dent Traumatol 1988; 4; 23-26. (Zusammenfassung, englisch).
Heithersay, G.S., Dahlstrom, S.W., Marin, P.D.: Incidence of invasive cervical resorption in bleached root-filled teeth. Aus Dent J 1994; 39; 82-87. (Zusammenfassung, englisch).
Heithersay, G.S.: Invasive cervical resorption: An analysis of potential predisposing factors. Quintessence Int 1999; 30; 83-95. (Zusammenfassung, englisch).
Willershausen, B., Azrak, B., Kurth, P., Gleissner, Ch., Schulz-Dobrick, B.: Power-Bleaching kann den Schmelz schädigen. ZM 2007; 16; 36-40. (Volltext).
Bundeszahnärztekammer: Zähnebleichen (Bleaching) ist eine zahnärztliche Leistung. Stellungnahme der Bundeszahnärztekammer; September 2012. (pdf-Datei)
Peterson, J., Wiegand, A.: Zahnaufhellung: Ist das Powerbleaching anderen Bleichverfahren überlegen? Quintessenz 2016; 67(8); 921-925. (Zusammenfassung).

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Zahnaufhellung voll im Trend

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