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Der Schnuller ist die bessere Wahl

Heiß diskutiertes Thema: Nuckeln am Schnuller oder Daumen

Nuckeln am Schnuller oder Daumen ist ein in Krabbel- oder Elterngruppen immer wieder gerne diskutiertes Thema, zumal hier sehr unterschiedliche Informationen gegeben werden. Fakt ist, dass Nuckeln am Daumen, aber auch Nuckeln am Schnuller zum lutschoffenen Biss führen kann. Bei dieser Fehlstellung treffen die Schneidezahnkanten von Ober- und Unterkiefer beim Zubeißen nicht aufeinander, und es entsteht eine Öffnung zwischen den Zahnreihen. Nicht nur Probleme beim Abbeißen sind die Folge. Auch das Sprechen kann beeinträchtigt sein. Denn dadurch, dass die Zunge sich in Öffnung zwischen den Frontzähnen schiebt, fällt es beim Sprechen schwer, die S-Laute richtig auszusprechen. Das Kind lispelt. Experten sprechen dann vom Sigmatismus.

Nuckeln beruhigt und spendet Trost

Tatsache ist aber auch, dass jedes Kind mit einem Saugreflex auf die Welt kommt. Dieser Reflex wird durch das Berühren der Lippen, der Zunge oder des Gaumens ausgelöst. Sobald das Baby seinen Daumen selbstständig in den Mund führen kann, was ab der sechsten bis zwölften Woche der Fall ist, erfüllt der Daumen das natürliche Bedürfnis an etwas zu saugen. Dienst das Saugen an der Mutterbrust oder am Fläschchen dem Stillen des Hungers, hilft das Daumenlutschen Stress zu verarbeiten und in den Schlaf zu finden. Das Lutschen spendet Trost und beruhigt (vgl. Müßig 2007).
„Es gibt Kinder, die wenige Minuten nach der Geburt so ausgebildet lutschen, mit einer solchen Sicherheit mit dem Daumen den Mund finden, daß man daraus schließen kann, daß sie schon vor der Geburt gelutscht haben.“ (vgl. Stirnimann 1940)

Lutschbeutel als Vorläufer des Schnullers

Schon im Mittelalter gab man den Babys zum Lutschen kleine Stoffsäckchen. Diese Lutschbeutel waren mit einem Brei aus Mehl, Brot und Honig gefüllt. Gelegentlich wurde der Beutel sogar in Branntwein getaucht.

Schnuller
Darstellung eines Lutschbeutels in Albrecht Dürers Gemälde „Madonna mit dem Zeisig“ (1506)

Moderne Sauger aus Latex oder Silikon kamen erst vor rund 150 Jahren auf den Markt. Der erste Gummisauger wurde 1845 patentiert. Bis zur Entwicklung eines kiefergerechten Schnullers mussten weitere 100 Jahre vergehen. 1949 entwickelten die Zahnmediziner Dr. Adolf Müller und Prof. Dr. Wilhelm Balters einen der Gaumenform angepassten Schnuller. Er galt für die kindliche Mundhöhle als natürlich und kiefergerecht. Aus „natürlich und kiefergerecht“, wurde NUK (vgl. Zuralski 2013). Die Hanseatische Gummiwarenfabrik GmbH, die heutige MAPA GmbH, erwarb die Herstellerpatente und brachte 1956 den NUK Sauger auf den Markt.

Offener Biss trotz moderne Schnuller

Dennoch: Immer besser entwickelte Schnullerformen verringern zwar das Risiko von Zahnfehlstellungen, heben es aber nicht auf. In einer Langzeitstudie konnte Prof. Stefan Zimmer, Lehrstuhlinhaber für Zahnerhaltung und Präventive Zahnmedizin an der Universität Witten / Herdecke, zeigen, dass bei 38 Prozent der Kleinkinder, die einen herkömmlichen Schnuller benutzen, ein offener Biss festgestellt wurde.

Offener Biss
Offene Bisse können auch durch zu langes Nuckeln am Schnuller oder Daumen entstehen.

Hingegen hatte keines der Kleinkinder, die keinen Schnuller verwendeten, einen offenen Biss (vgl. Zimmer et al. 2009). So bleibt festzuhalten, dass jeder Schnuller, auch wenn er kiefergerecht geformt ist, der Kiefer- und Sprachentwicklung schadet. Zumindest dann, wenn er zu lange und zu häufig im Mund des Kindes ist. Allzu oft nuckeln Kinder bis ins Kindergartenalter. Dabei sollte eigentlich spätestens ab dem zweiten Lebensjahr Schluß mit dem Schnuller sein.

Auf die Dauer kommt es an.
Eindeutig zu lange! Spätestens ab dem zweiten Lebensjahr sollte Schluß mit dem Schnuller sein. Sonst kann das Gebiss Schaden nehmen.

Daumen contra Schnuller?

Zwar gibt es durchaus Argumente, die für den Daumen sprechen. So fällt der Daumen nicht auf die Erde und wird verschmutzt. Der Daumen ist auch nicht mit Bändern versehen, die sich verfangen können. Aber der Daumen ist hart und hat auch keine kiefergerechte Form. Daher ist ein Stufenschaftschnuller die bessere Wahl. Dieser Schnuller übt weniger Druck auf den Kiefer aus. Außerdem lässt ich ein Schnuller leichter abgewöhnen. Wobei zum Abgewöhnen keine drastischen Lösungen gewählt werden sollten. Sorgen Sie stattdessen lieber für einen Ersatztröster.

Schnuller oder Daumen?
Schnuller oder Daumen?

Fazit

Es ist kein Problem, wenn Ihr Kind am Daumen oder Schnuller nuckelt. Entscheidend ist nur, dass das Nuckeln möglichst frühzeitig abgewöhnt wird. Gegenüber dem Daumen ist ein moderner Schnuller die bessere Wahl.

Der Schnuller ist die bessere Wahl
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