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Ist Hydroxylapatit die neue Wunderwaffe gegen Karies?

Ist Hydroxylapatit die neue Wunderwaffe gegen Karies?

Unser Zahnschmelz besteht zu fast 100 Prozent aus Hydroxylapatit. Hydroxylapatit ist auch in einigen Zahnpasten und Mundspüllösungen als künstlicher Zahnschmelz enthalten. Beispielsweise enthalten ApaCare® und BioRepair® Hydroxylapatit. Glaubt man den Herstellern dieser Pasten und Spülungen, so schützt dieser künstliche Zahnschmelz die Zähne vor Karies. Selbst poröse Stellen, die beispielsweise durch Säureangriffe entstanden sind, werden repariert. Stimmt dies, und wird das in der Kariesprophylaxe verwendete Fluorid bald durch Hydroxylapatit ersetzt? Oder ist es nur eine Behauptung, wie Spiegel Online feststellt (vgl. Spiegel Online)?

Frühere Studien sind widersprüchlich

Im Jahr 2010 kommt eine Arbeitsgruppe der Gießener Poliklinik für Zahnerhaltungskunde und Präventive Zahnheilkunde nach Auswertung der vorliegenden wissenschaftlichen Studien zu dem Ergebnis, „Reparatur und Remineralisation der Zahnhartsubstanz durch Nano-Hydroxylapatit- oder Zink-Carbonat-Hydroxylapatit-Nanokristalle in Mundhygieneprodukten sind wissenschaftlich nicht bewiesen.“ (vgl. Klimek et al. 2010). Drei Jahre später stellen Grunau et al. fest, dass der künstliche Zahnschmelz nicht vor Säureangriffen und somit auch nicht vor Karies schützt (vgl. Grunau et al. 2013). Unstrittig scheint hingegen zu sein, dass Zink-Carbonat-Hydroxylapatit-Nanokristalle, die beispielsweise in der BioRepair® Zahncreme enthalten sind, die Zahnhalsempfindlichkeit reduzieren. Das zeigt eine Untersuchung von Wissenschaftlern der Universität Ancona (Italien) an 70 Personen (vgl. Orsini et al. 2010). Zu gleichem Ergebnis kam eine Studie zur Wirkung von Zahnpasten mit Hydroxylapatit auf die Sensibilität gebleichter Zähne (vgl. Zachriat 2012).

Neue Studie bestätigt Schutz vor Karies

Eine neue Karies-Studie von Professor Schlagenhauf von der Universitätsklinik Würzburg scheint nun wissenschaftlich zu belegen, dass hydroxylapatithaltige Zahnpasten in der Kariesprophylaxe mindestens genauso wirksam sind wie fluoridhaltige Vergleichsprodukte. 150 Zahnspangenträgern mit hohem Kariesrisiko erhielten entweder eine Zahnpasta mit Aminfluorid/Zinnfluorid oder eine fluoridfreie Zahnpasta mit Hydroxylapatit. Die Zahnspangenträger wussten ebenso wenig wie die an der Studie beteiligten Zahnärzte, wer mit welcher Paste putzt. Am Ende der sechs Monate dauernden Studie zeigte sich, dass beide Zahnpasten vor Karies schützen. Der Schutz der hydroxylapatithaltigen Zahnpasta war aber etwas besser (vgl. www.dentalmagazin.de).

Das bestätigt frühere Untersuchungen von Professor Kielbassa (ehemals Charité Universitätsmedizin Berlin). Denn diese stellten ebenfalls eine Überlegenheit von Zink-Carbonat-Hydroxylapatit gegenüber dem Aminfluorid fest. Mit der Studie von Profesor Schlagenhauf existiert nun eine weitere Untersuchung, die nicht nur unter Laborbedingungen (in vitro), sondern unter realen Bedingungen am Menschen (in vivo) die erfolgreiche Kariesprophylaxe mit Zink-Carbonat-Hydroxylapatit, aber ohne Fluorid, zeigt (vgl. www.Pharmazeutische-zeitung.de). Vor dem Hintergrund dieser Ergebnisse stellt sich die Frage: Bleibt Fluorid weiterhin der Goldstandard in der Kariesprophylaxe? Denn bei gleicher oder besserer Wirksamkeit von Hydroxylapatit wäre es ja möglich, Fluorid durch Hydroxylapatit zu ersetzen? Es ist noch zu früh, hier eine eindeutige Antwort zu geben. Aber man darf schon jetzt auf die Ergebnisse weiterer In-vivo-Studien warten.

Ist Hydroxylapatit die neue Wunderwaffe gegen Karies?

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