Eine Studie stellt fest, dass die Informationen über die zahnärztliche Früherkennungsuntersuchung im Milchgebiss auf deutschen Dental-Websites nach wie vor unzureichend sind.
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Die Zahnpflege bei Kindern beginnt mit dem ersten Milchzahn. Dieser Zahnwechsel vollzieht sich im Alter von etwa sechs Monaten. Seit 2019 gibt es eine spezielle Früherkennungsuntersuchung. Zahnärzte sprechen hier auch von der sogenannten UZ-Untersuchung (Untersuchung des Zahn-, Mund- und Kieferbereichs). Sie empfiehlt einen Zahnarztbesuch, wenn ein Kind sechs Monate alt ist. Viele Eltern bringen ihre Kinder jedoch immer noch zu spät zum Zahnarzt, oft erst bei Schmerzen.
Dabei zeigen Studien, dass eine frühe Zahnpflege sowohl medizinische als auch kostensparende Vorteile hat. Oft erhalten Eltern Tipps vom Kinderarzt oder auf offiziellen Info-Seiten im Internet. Vor dem Hintergrund, dass 90% der deutschen Bevölkerung Zugang zum Internet hat, ist dieses Medium ein wichtiges Mittel zum Sammeln von Informationen. Zwar informieren auch viele Websites von Zahnarztpraxen über die Möglichkeiten der Vorsorge. Eine Untersuchung zeigt aber: Bei vielen dieser Internetseiten besteht Verbesserungspotential.
Früherkennungsuntersuchung im Milchgebiss: Viele Zahnarztwebsites vermitteln zu wenig Wissen
Forscher aus Kiel und München prüften 80 Zahnarzt-Websites in Deutschland1Geiken, A., Kock, M., Banz, L. et al. Early prevention from the first tooth – what do German dental homepages recommend?. BMC Oral Health 25, 1028 (2025). https://doi.org/10.1186/s12903-025-06406-3. Sie fanden heraus, dass nur etwas mehr als die Hälfte die Früherkennungsuntersuchung erwähnt. Genaue Empfehlungen und Erklärungen dazu geben sogar noch weniger Seiten, nämlich nur 37,5 Prozent. Informationen über eine zahnfreundliche Ernährung stehen auf lediglich 30 Prozent der Websites. Eine zahnfreundliche Ernährung bedeutet, Lebensmittel zu vermeiden, die viel Zucker enthalten, da Zucker Kariesbakterien ernährt. Tipps zur richtigen Zahnpflege bieten nur vier der untersuchten Seiten, das sind lediglich fünf Prozent. Hinweise, wie man Zahnprobleme früh erkennt, gab es ebenfalls nur selten. Die Autoren der Studie folgern, dass die Informationen über die FRüherkennungsuntersuchung auf deutschen Dental-Websites nach wie vor unzureichend sind. Sie fordern gezielte Verbesserungen, um die fundierte Entscheidungsfindung durch Eltern zu unterstützen.
zpl, Teaserfoto Adobe KI-generiert
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Literatur/Anmerkungen
- 1Geiken, A., Kock, M., Banz, L. et al. Early prevention from the first tooth – what do German dental homepages recommend?. BMC Oral Health 25, 1028 (2025). https://doi.org/10.1186/s12903-025-06406-3








