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Bonus auch bei versäumtem Zahnarztbesuch – TSVG bringt vielleicht Änderung.

Das Bonusheft hilft, beim Zahnersatz Geld zu sparen. Aber es gelten strenge Regeln. Wenn Sie den jährlichen Vorsorgetermin beim Zahnarzt nur einmal versäumen, verfällt Ihr gesamter Bonus. Dabei ist es vollkommen gleichgültig, warum Sie diesen Termin versäumt haben.

Kontrolltermin versäumt, Bonus Adieu!

Ob Krankheit, Arbeitsplatzverlust oder eine private Katastrophe: Termin versäumt, Bonus verfallen. Was, vorausgesetzt, Sie benötigen Zahnersatz, schnell einige hundert Euro kosten kann. Erst wenn Sie wieder die jährlichen Kontrolltermine über einen Zeitraum von mindestens fünf Jahren vor Behandlungsbeginn nachweisen können, haben Sie wieder Anspruch auf einen höheren Zuschuss bei Zahnersatz. Bisher haben die gesetzlichen Krankenkassen keine Möglichkeit, von dieser Regel abzuweichen.

Strenge Bonusregeln entschärfen

Dass dies nicht gerecht ist, findet die AOK. Mit ihrer ergänzenden Stellungnahme anlässlich der Anhörung des Gesundheitsausschusses zum Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) am 16. Januar will die Krankenkasse die geltende strenge Regel entschärfen und es den Versicherten erleichtern, die Bonusregel beim Zahnarzt zu nutzen. Der Bonus für Zahnersatz soll auch dann erhalten bleibt, wenn innerhalb von zehn Kalenderjahren einmal der Zahnarztbesuch versäumt wurde. Allerdings gilt dies nur in begründeten Ausnahmefällen, beispielsweise bei einer schweren Erkrankung.

Die Fraktion der FDP schlägt in ihrem Änderungsantrag zum TSVG darüber hinaus vor, dass bisher papiergebundene Bonusheft in eine elektronische Form zu überführen.

Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG)

Das Gesetz mit dem etwas sperrigen Titel „Gesetz für schnellere Termine und bessere Versorgung“ sollte eigentlich nur für eine schnellere Terminvergabe für gesetzlich Versicherte sorgen, die Versorgung in ländlichen Regionen verbessern und Leistungsansprüche der Versicherten in einzelnen Bereichen erweitern. Hierzu gehört die Erhöhung des Festzuschusses bei Zahnersatz ab Januar 2021 von derzeit 50 auf 60 Prozent der Kosten für die Regelversorgung. Mit Bonusheft und entsprechendem Bonus beträgt der Zuschuss dann nach fünf Jahren 70 und nach zehn Jahren 75 Prozent.

Aber nach und nach wurde der ursprüngliche Referentenentwurf vom Juli 2018 um weitere Inhalte mit zahlreichen Einzelmaßnahmen ergänzt. Voraussichtlich im Mai soll das Gesetz in Kraft treten. Eine Zustimmung des Bundesrates ist nicht nötig.

(Foto: © O.K. – Fotolia)

 

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