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Zahnpflege auf höchstem Niveau

Wer war der Erfinder der Tubenzahnpasta?

Erst seit über 100 Jahren: Zahnpasta in der Tube

Morgens und abends, vielleicht auch mittags drücken wir auf die Tube. Zumindest dann, wenn wir unsere Zähne mit Zahnpasta putzen. Dabei denken wir wohl kaum daran, dass die Zahnpasta in der Tube, die Tubenzahnpasta, erst vor über 100 Jahren erfunden wurde.

Heinsius von Mayenburg war nicht der Erfinder der Tubenzahnpasta

Oft wird der Dresdner Apotheker Ottomar Heinsius von Mayenburg (1865 bis 1932), Besitzer der „Löwen-Apotheke“ an der Ecke Altmarkt/Wilsdruffer Straße als Erfinder der Tubenzahnpasta genannt. Denn er produzierte ab 1907 die in wiederverschließbare Metalltuben abgefüllte Zahncreme Chlorodont. Zunächst stellte er die aus Bimssteinpulver, Calciumcarbonat, Kaliumchlorat, Minze, Seife und Glycerin bestehende Zahncreme in zwei Nebenräumen der Apotheke, dem „Laboratorium Leo“ her. Bereits zehn Jahre später wurden die Leo-Werke in der Dresdner Neustadt errichtet. Durch geschicktes Marketing und dem in Zeitungen, an Litfaßsäulen und auf Reklameschildern zu lesenden Spruch „Du sollst zum Zähneputzen nur Chlorodont benutzen“ entwickelten sich die Leo-Werke recht schnell zum damals größten europäischen Zahncremehersteller mit 1.000 Beschäftigten und 27 Niederlassungen in Deutschland, Europa und Übersee (vgl. www.dental-kosmetik.de). Täglich wurden bis zu 150.000 Tuben der Marke Chlorodont produziert. Der Markenname leitet sich aus den griechischen Wörtern „chloros“ (hellgrün) und „odon“ (Zahn) ab.

Chlorodont Zahnpasta
Werbung für Chlorodont Zahnpasta

Zahnarzt Sheffield war schneller

Dennoch gebührt der Ruhm, die erste Zahnpasta in Tuben hergestellt zu haben, einem anderen. Denn bereits 1879 hatte der in Amerika lebende Zahnarzt Washington Wentworth Sheffield (1827 bis 1897) (vgl. www.alchetron.com) die Idee von einer Zahncreme in Tuben. Wobei er die Idee eigentlich von seinem Sohn Lucius hatte. Denn dieser beobachtete während eines Studienaufenthalts in Paris Kunstmaler und sah dabei die von den Malern verwendeten Farbtuben. Diese Tube hatte 1841 der amerikanische Maler John Goffe Rand, der sich beim Malen stets über eingetrocknete Farbe geärgert hatte, erfunden und zum Patent angemeldet. Es war eine Zinntube mit Schraubdeckel. „So eine Tube müsste doch auch für die hygienische Aufbewahrung von Zahnpasta geeignet sein“ dachte Lucius und berichtete darüber seinem Vater.

Ab 1881 wurde diese Idee unter dem Markennamen „Dr. Sheffield’s Crème Angelique Dentifrice“ Wirklichkeit und auf den Markt gebracht (vgl. www.sheffieldpharma.com, www.wikipedia.org). Damit war Dr. Sheffield’s Zahnpasta die weltweit erste Zahncreme in Tuben. Allerdings kaufte die Sheffield Dentifrice Co. ihre Quetschtuben zunächst bei externen Herstellern ein. Erst 1892 brachte man die erste Zahnpastatube aus eigener Herstellung auf den Markt und machte so die Zahnpastatube einer breiten Öffentlichkeit zugänglich.

Dr. Sheffield's Zahnpastatube
Dr. Sheffield’s Zahnpastatube

Auch der Wiener Carl Sarg entdeckte frühzeitig den Nutzen der Tube

In Europa hatte bereits 1887, also zwanzig Jahre vor von Mayenburg der Wiener Chemie-Unternehmer Carl Sarg (1832 bis 1895) Zahnpasta in Tuben abgefüllt. Hierfür stellte er mit Hilfe von Glycerin und reinigenden Substanzen eine Paste her und füllte diese unter dem Namen „Kalodont“ in Tuben aus Zinn (vgl. www.wikipedia.org).

Anzeige für Kalodont Zahnpasta
Anzeige für Kalodont Zahnpasta

Zwar ist mittlerweile das Zinn der Tube durch Kunststoff ersetzt. Doch das damals erfundene Prinzip der Zahnpasta-Aufbewahrung hat sich bis heute bewährt.

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Ein Gedanke zu „Wer war der Erfinder der Tubenzahnpasta?

  • Februar 22, 2018 um 9:12 am
    Permalink

    Eigentlich genial das damals noch Hebel an der Zahnpaste waren um sie gescheit auszudrücken. Zwar umständlich zu lagern, aber so etwas vermisse ich heute wieder! Wobei es so etwas sicherlich in den Weiten des Internets als Aufsatz zu kaufen gibt.. müsste man mal Zeit zum stöbern haben. 🙂

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