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Zahnpflege auf höchstem Niveau

Mit der Zahnbürste gegen Karies und Co.

Mit der Zahnbürste gegen Karies und Co.

Wußten Sie es? Bereits 3000 Jahre v. Chr. wurden  kleine Holzstäbchen, deren Ende durch Kauen oder Plattklopfen ausfaserte, zum Zähneputzen verwendet. Noch heute werden diese aus den Wurzel des Arak-Baums (Zahnbürstenbaum) hergestellten Hölzer im arabischen Sprachraum benutzt. Um 1000 n. Chr. wurde zum ersten Mal in China ein pinselförmiges Gerät erwähnt, das der Zahnreinigung diente. Es hatte einen Elfenbeingriff und Pferdehaarborsten. Aber es dauerte noch 500 Jahre, bis die Zahnbürste breitere Verwendung in China fand.

Stand der Zahnheilkunde in Asien

Im Jahre 1609 wurde der Pinsel aus Pferdehaar oder Schweineborsten durch einen plattenförmigen Borstenträger unserer heutigen Zahnbürste ähnlich, ersetzt. Der Gebrauch der Zahnbürste setzte sich in Europa erst im 18. und 19. Jahrhundert durch. Bis dahin reinigten sich die meisten Europäer ihre Zähne mit Federkielen oder Zahnstochern aus Bronze oder Silber. In wissenschaftlichen Kreisen war der Nutzen der Zahnbürste nicht unumstritten. So kritisierte der französische Zahnarzt und Vater der modernen Zahnmedizin Pierre Fauchard die Ineffektivität der mit Pferdehaaren bestückten Zahnbürsten, da diese zu weich seien. Stattdessen empfahl er das Abreiben der Zähne mit einem Schwamm. 1756 ermahnte der königlich-preußische Hofzahnarzt Philipp Pfaff die Menschen ihre Zähne fleißig zu putzen, denn so „kan nicht allein der Uebelstand vermieden, sondern auch oft sehr schmerzhafte Krankheiten abgewendet werden.“ Den Gebrauch von Zahnbürsten mit groben Schweinborsten empfahl er lediglich alle 14 Tage, denn „durch das übertriebene fleißige bürsten wird das Zahnfleisch gereitzet und locker gemacht. Mit der Zeit wird der Zahn vom Zahnfleisch entblößet.“ Auch er rät dazu, Zahnbeläge täglich mit einem Leinentuch oder einem Schwamm zu entfernen.

Bis zu unserer modernen Zahnbürste mit abgerundeten Kunststoffborsten war es noch ein weiter Weg. Im ausgehenden 18. Jahrhunderts beantragt der Münchener Bürstenmacher Rupert Ruppensberger das kleine Bürgerrecht zur Ausübung der „Zahnbürstlmachung“ aus Knochen sowie eingezogenem Ziegen- und Pferdehaar. Bis in die 1930er Jahre bestand der Besatz von Zahnbürsten aus Tierhaaren. Neben Pferdehaaren setzte sich immer mehr der Besatz mit Schweineborsten durch. Erst mit der Erfindung von Nylon, der ersten  Faser, die vollständig synthetisch hergestellt wurde, stand eine Alternative zur Verfügung.

Heute ist die Zahnbürste das wichtigste Zahnpflegeinstrument. Allerdings werden bei ihrer Anwendung häufig auch Fehler gemacht, die zur Verletzung des Zahnes, beispielsweise keilförmigen Defekten im Zahnhalsbereich und des Zahnfleischs führen können. Oft ist eine falsche Putztechnik in Kombination mit zu viel Kraft die Ursache. Wichtig ist, dass Sie Ihre Zahnbürste niemals horizontal schrubbend bewegen, sondern immer in vertikaler Richtung, also „von Rot nach Weiß“. Die angewendete Kraft, der Putzdruck, sollte 150 Gramm nicht überschreiten. Das lässt sich leicht mit einer Küchenwaage überprüfen (Zahnputzanleitung für Erwachsene, Zahnputzanleitung für Kinder).

Ohne Zahnbürste geht es nicht

Beim Kauf einer neuen Zahnbürste sollten Sie einige Punkte beachten. Empfehlenswert sind Kurzkopfzahnbürsten mit einem 25 bis 30 mm langen Bürstenfeld. Diese sind handlicher als Bürsten mit langem Bürstenkopf. Achten Sie außerdem auf einen gut abgerundeten Bürstenkopf, denn so vermeiden Sie während des Putzens Verletzungen des Zahnfleisches. Achten Sie außerdem darauf, dass auch die Borstenenden gut abgerundet sind. Nicht zu empfehlen sind Naturborsten, denn diese spalten sich leicht und können zu Schäden am Zahnfleisch führen. Auch unter hygienischen Aspekten sind Naturborsten bedenklich, denn in dem Markkanal der natürlichen Borsten können sich Bakterien einnisten (siehe hierzu auch: WDR „Gute Zähne – schlechte Zähne“).

Die Borstenhärte sollte „mittelhart“ oder „weich“ sein. Der Bürstengriff muss gut in Ihrer Hand liegen, wobei bei Kinderzahnbürsten ein dickerer Griff zu bevorzugen ist. Ersetzen Sie die Bürste alle zwei bis drei Monate. Stehen die Borsten schon nach kürzerer Zeit seitlich ab, müssen Sie überprüfen, ob Sie nicht die Zahnbürste zu fest an die Zähne drücken. Ein sofortiger Austausch der Bürste nach einer schweren Erkältung oder Grippe ist empfehlenswert, damit Sie sich nicht wieder selbst anstecken. Für unterwegs oder im Büro stehen verschiedene handliche Reisezahnbürsten zur Verfügung.

TIPP: Da im Alter oftmals die Beweglichkeit der Hand eingeschränkt ist, kann eine spezielle Drei-Kopf-Zahnbürste hilfreich sein.

Bei eingeschränkter Beweglichkeit der Hand sind Dreikopfzahnbürsten hilfreich
Bei eingeschränkter Beweglichkeit der Hand sind Dreikopfzahnbürsten hilfreich

Für Personen mit verkrümmten Händen, z.B. bei Gicht, sind herkömmliche schlanke Bürstengriffe ungeeignet, da diese nicht richtig gegriffen werden können. Durch einfaches verstärken des Zahnbürstengriffes mit einer Moosgummihülle oder einer speziellen Griffschale kann hier schnell, einfach und kostengünstig geholfen werden.

Griffverstärker für Handzahnbürsten
Griffverstärker für Handzahnbürsten

 

Elektrische Zahnbürsten erleichtern das Zähneputzen

Elektrische Zahnbürsten erleichtern das Zähneputzen
Elektrische Zahnbürsten erleichtern das Zähneputzen

In unseren Badezimmern ersetzen elektrische Zahnbürsten mit einem wieder aufladbaren Akku immer mehr die herkömmliche Handzahnbürste. Einige elektrische Zahnbürsten arbeiten mit unterschiedlichen Geschwindigkeitsstufen und haben ein optisches oder akustisches Signal (Timer) wenn das Ende der notwendigen Putzzeit erreicht wurde, oder wenn der Anpressdruck zu hoch ist. Waren die elektrischen Zahnbürsten zunächst hinsichtlich ihrer Putzqualität der Handzahnbürste unterlegen, erzielen moderne Systeme mit rotierenden und oszillierenden Bewegungen Reinigungsergebnisse, die als gleich gut oder besser beurteilt werden. Elektrische Zahnbürsten mit rotierenden Bürsten sollen den Zahnfleischrand und Zahnzwischenraum sogar besser reinigen. Bei Schallzahnbürsten wird der Bürstenkopf mittels Schallwellen sehr schnell bewegt.

Ob nun Hand- oder Elektrozahnbürsten besser sind, ob Schallwellen besser reinigen als oszillierend-rotierende Bürstenbewegungen scheint noch nicht restlos geklärt zu sein (Focus online „Handzahnbürste oder Elektro-Bürste – das Putzduell“) . Vergleicht man elektrische Zahnbürsten mit Handzahnbürsten, so ist festzustellen, dass auch die Handzahnbürste bei richtiger Putztechnik gut reinigt. Der Vorteil der modernen elektrischen Zahnbürsten ist jedoch, dass durch elektrische Zahnbürsten automatisch die richtige Putztechnik, die korrekte Putzzeit und der richtige Anpressdruck eingehalten werden.

TIPP: Für manuell eingeschränkte Personen und für Personen, bei denen die Mundpflege von anderen Personen, beispielsweise betreuende Familienangehörige oder professionelles Pflegepersonal,  durchgeführt wird, sind elektrische Zahnbürsten besonders sinnvoll, da der Kopf der elektrischen Zahnbürste von Zahn zu Zahn bewegt wird, ohne dass dabei die für Handzahnbürsten üblichen Bewegungen durchgeführt werden müssen.

Egal, ob Sie nun elektrisch putzen oder lieber mit einer Handzahnbürste Ihre Zähne reinigen: Es liegt in Ihrer Hand, Ihre Zähne und Ihr Zähne und Ihr Zahnfleisch gesund zu erhalten (siehe hierzu auch die Patienteninformation „Häusliche Prophylaxe“ der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde).

Mit der Zahnbürste gegen Karies und Co.
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Ein Gedanke zu „Mit der Zahnbürste gegen Karies und Co.

  • 1. August 2016 um 1:02 pm
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    Seit gut einem Jahr bin ich nun von einer normalen Kunststoff Zahnbürste auf eine Bambus Zahnbürste umgestiegen und diese möchte ich auch nicht mehr missen. Zum Anfang ist es zwar ein bisschen ungewohnt, aber man gewöhnt sich schnell an das neue Putzgefühl.

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