Blog Zahnputzladen

Zahnpflege auf höchstem Niveau

Höherer Festzuschuss ab Oktober.

Mit dem im letzten Jahr beschlossenen Terminservice- und Versorgungsgesetz haben Versicherte der GKV ab Oktober Anspruch auf höhere Festzuschüsse bei Zahnersatz.

Terminservice- und Versorgungsgesetz macht’s möglich

Seit Mai 2019 ist das Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) in Kraft. Noch immer vielen unbekannt ist, dass durch dieses Gesetz auch die Festzuschüsse Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) für Zahnersatz zum 1. Oktober 2020 von derzeit 50 Prozent auf dann 60 Prozent erhöht werden. Damit einhergehend steigt auch der Bonus für Zahnersatz.

Aktuell erhalten Versicherte ohne Bonus 50 Prozent der Kosten der Regelversorgung erstattet. Mit anderen Worten: Eine Hälfte der Kosten für Kronen, Brücken und Co. übernimmt die Krankenkasse, die andere Hälfte muss der Patient aus eigener Tasche bezahlen. Das gilt allerdings nur für die Regelversorgung, also für die Versorgung, die beim vorliegenden Befund die Standardtherapie ist.

Wählt der Patient eine andere Versorgung, beispielsweise eine Krone mit weißer Verblendung anstelle der Metallkrone, dann sind die durch die Verblendung entstehenden Mehrkosten vom Patient zu tragen. Dann können schnell aus den erwarteten 50, 60 oder 65 Prozent Kassenanteil lediglich 40 oder sogar 30 Prozent werden.

Festzuschuss: Regelmäßige Vorsorge wird belohnt

Wer mit seinem Bonusheft über 5 Jahre eine regelmäßige zahnärztliche Vorsorgeuntersuchung nachweist, erhält bisher einen Zuschuss von 60 Prozent. Ab Oktober erhöht sich dieser Anteil auf 70 Prozent. Wer sogar 10 Jahre belegen kann, ist noch besser dran. Ab Oktober erhält er statt derzeit 65 Prozent sogar 75 Prozent. Maßgebend für die höheren Zuschüsse ist das Ausstellungsdatum des Heil- und Kostenplans.

Termin versäumt – zurück auf Start

Und noch eine wichtige Änderung: Wurde bisher auch nur ein Vorsorgetermin versäumt, verfiel der gesamte Bonus. Der Patient musste zurück auf Start gehen. Ab Oktober führt das Versäumen einer zahnärztlichen Vorsorgeuntersuchung nicht mehr automatisch dazu, dass der Bonus entfällt. In begründeten Ausnahmefällen bleibt er künftig weiterhin erhalten.

Festzuschussaktuellab 01.10.2020
ohne Bonus50 %60 %
Bonus für 5 Jahre60 %70 %
Bonus für 10 Jahre65 %75 %

(zpl, Foto: © proDente e.V./Johann Peter Kierzkowski)

Festzuschusssystem

Seit dem Jahr 2005 gilt in der vertragszahnärztlichen Versorgung mit Zahnersatz das befundbezogene Festzuschusssystem. Das System soll gewährleisten, dass Versicherte bei vergleichbarer Befundsituation (zum Beispiel eine bestimmte Zahl fehlender Zähne) unabhängig von der individuellen Wahl der Zahnersatzart den gleichen Zuschuss erhalten. Da individuelle Anforderungen an Zahnersatz stark differieren können, ist durch dieses System zudem gewährleistet, dass für Versicherte eine weitgehende Wahlfreiheit der Therapie besteht.

Bonusheft

Bonus beim Zahnersatz
Mit dem Bonusheft beim Zahnersatz sparen

Mit einem regelmäßig geführten Bonusheft erhält ein Patient zum normalen Zuschuss seiner Krankenkasse einen Extra-Zuschuss, den "Bonus". Werden regelmäßige Untersuchungen beim Zahnarzt über einen Zeitraum von fünf Jahren lückenlos nachgewiesen, erhöht sich der Festzuschuss zum Zahnersatz um 20 Prozent. Können diese Kontrolluntersuchungen über einen Zeitraum von 10 Jahren nachgewiesen werden, wird der Zuschuss der Krankenkasse um 30 Prozent erhöht. Wenn der Nachweis der regelmäßigen Untersuchungen im Bonusheft fehlt, sollte die Zahnarztpraxis gebeten werden, den fehlenden Stempel nachzutragen. Voraussetzung für das Nachstempeln ist, dass man im fraglichen Zeitraum die Untersuchung (Erwachsener) bzw. die Prophylaxe-Maßnahmen (Kinder, Jugendliche) hat durchführen lassen, was in der Patientenkartei dokumentiert ist. Bitte beachten Sie: Es ist Ihre Aufgabe, an einen Eintrag ins Bonusheft zu denken.

Regelversorgung

Für jede Befundklasse ist nach den Vorgaben des § 56 SGB V eine Regelversorgung definiert. Sie orientiert sich an „[…] zahnmedizinisch notwendigen zahnärztlichen und zahntechnischen Leistungen, die zu einer ausreichenden, zweckmäßigen und wirtschaftlichen Versorgung mit Zahnersatz einschließlich Zahnkronen und Suprakonstruktionen bei einem Befund nach dem allgemein anerkannten Stand der zahnmedizinischen Erkenntnisse gehören“. Bei einem geschädigten großen Backenzahn wäre die Regelversorgung beispielsweise eine einfache Metallkrone.

Gleichartige Versorgung

Wählt der Versicherte eine Zahnersatzversorgung, die konstruktionstechnisch zwar der Regelversorgung entspricht, im Detail aber davon abweicht, wird von einer gleichartigen Versorgung gesprochen. Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn die Regelversorgung eine unverblendete Metallkrone im Seitenzahnbereich vorsieht, der Versicherte aber eine keramisch verblendete Metallkrone wählt. Zahnarzt und Labor werden den Mehraufwand für diese gleichartige Versorgung über die entsprechenden privaten Gebührenverzeichnisse GOZ (Gebührenordnung für Zahnärzte) beziehungsweise BEB (Bundeseinheitliche Benennungsliste für zahntechnische Leistungen) zusätzlich abrechnen. Die Mehrkosten trägt der Versicherte.

Andersartige Versorgung

Wählt der Versicherte Zahnersatz, bei dem es sich um eine gänzlich andere Versorgung als die Regelversorgung handelt, ist dies eine andersartige Versorgung. Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn statt einer herausnehmbaren Teilprothese der Versicherte feste Brücken wählt. Der Versicherte trägt dafür entstehende Mehrkosten zunächst komplett und erhält auf Antrag den Betrag des anzuwendenden Festzuschusses von seiner Krankenkasse nachträglich.

Höherer Festzuschuss ab Oktober.
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