Blog Zahnputzladen

Zahnpflege auf höchstem Niveau

Implantat wird immer beliebter.

Ein Zahn fehlt? Dann bietet die moderne Zahnmedizin verschiedene Möglichkeiten, die Lücke zu schließen. Immer beliebter werden Implantate.

Implantat statt Brücke

Wenn ein Zahn fehlt, dann wird noch immer in den meisten Fällen eine festsitzende Brücke zum Schluß der Lücke eingesetzt. Schließlich ist die Brücke eine gute und langjährig bewährte Technik. Auch ästhetisch ist das kein Nachteil.

Ein Nachteil ist, dass zur Befestigung der Brücke eventuell gesunde, kariesfreie Zähne beschliffen werden müssen. Denn die Brücke muss an diesen Zähnen, den Brückenpfeilern, befestigt werden. Wird stattdessen ein Zahnimplantat verwendet, dann ist ein Beschleifen der Nachbarzähne nicht nötig.

Implantate als Stützpfeiler für eine festsitzende Zahnbrücke zum Ersatz eines fehlenden Zahns im Seitenzahnbereich

Allerdings ist die Versorgung mit einem Implantat in der Regel zeitaufwendiger. Und auch teurer, denn die Versorgung mit Implantaten ist keine Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV).

Künstliche Zahnwurzel, meist aus Titan

Zahnimplantate sind künstliche Zahnwurzeln, die in den Kieferknochen eingesetzt werden und hier die fehlende Zähne ersetzen. Eine bewährte Technik, denn bereits 1982 wurde die Implantologie von der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilhunde (DGZMK) als gesicherte Therapieform wissenschaftlich anerkannt (Stellungnahme der DGZMK). Bereits sechs Jahre später erfolgte die Aufnahme zahnärztlich-implantologischer Leistungen in die amtliche Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ).

„Alleine in Deutschland ist die Zahl der jährlich gesetzten Implantate in den vergangenen 20 Jahren von geschätzt 380.000 auf mittlerweile zirka 1,3 Millionen gestiegen.“

DGI-Pastpräsident Prof. Dr. Frank Schwarz auf dem 32. Kongress der Gesellschaft, Wiesbaden 2018

Die meisten der eingesetzten Zahnimplantate bestehen aus hochreinem Titan. Einem Leichtmetall, das sehr gewebeverträglich (biokompatibel) ist und auch in anderen medizinischen Bereichen, vor allem in der Knochenchirurgie, schon seit Jahrzehnten verwendet wird. Allergien auf Titan oder Abstoßungen sind extrem selten. Dennoch gibt es immer wieder Berichte über Unverträglichkeiten oder mangelnde knöcherne Einheilung von Titanimplantaten bei einigen Patienten. Die Ursachen für diese Probleme sind allerdings noch nicht restlos geklärt. Diskutiert wird unter anderem, ob Verunreinigung des Titans, bspw. durch ganz geringe Mengen von Nickel oder Zinn, hierfür verantwortlich sind. Aber auch Titanpartikel, die durch Abrieb beim Einbringen des Implantats in den Knochen freigesetzt werden, könnten diese Unverträglichkeit auslösen.

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Als Alternative zu Titan wird immer häufiger hochfeste Keramik aus Zirkoniumdioxid eingesetzt. Was sicherlich damit zusammen hängt, dass Patienten verstärkt metallfreie Lösungen im Mund wünschen. Zudem sehen Keramikimplantate besser aus, denn sie sind weiß. Genau wie echte Zähne. Im Vergleich zu Titanimplantaten liegen für Keramikimplantate jedoch noch wenige wissenschaftliche Studien vor. Vor allem fehlen Langzeitstudien, die über einen Zeitraum von mehr als zehn Jahren zurückreichen. Die vorliegenden Studien gehen von Erfolgs- und Überlebensraten von 95 % aus, was den Raten von Titanimplantaten entspricht.

„Hochrein“ ist nicht „rein“

Schon der Begriff „hochreines Titan“ zeigt, dass das für den Implantatpfosten verwendete Titan nicht 100 % rein ist, sondern “nur” einen Reinheitsgrad von etwa 99,5 % hat. Aber keines der Spurenelemente, wie Eisen, Sauerstoff, Wasserstoff, Kohlenstoff und Stickstoff, die im Titan enthalten sind, ist als toxisch bekannt. Allerdings kann auch das für zahnmedizinische Anwendungen überwiegend verwendete „Reintitan“ Nickel als Verunreinigung enthalten.

Der zulässige Gehalt an Eisen und Sauerstoff hängt vom Grad des Titans ab (siehe Tabelle). Reintitan wird unterteilt in vier Grade von 1 bis 4, wobei sich die Grade hinsichtlich der Korrosionsbeständigkeit, Streckbarkeit und Festigkeit unterscheiden. Technisch reines Titan der Güteklasse Grad 1 besitzt die höchste Korrosionsbeständigkeit und Formbarkeit.

ElementGrad 1Grad 2Grad 3Grad 4
Stickstoff (N), max.0,030,030,050,05
Kohlenstoff (C), max.0,080,080,080,08
Wasserstoff (H), max.0,0150,0150,0150,015
Eisen (Fe), max.0,200,300,300,50
Sauerstoff (O), max.0,180,250,350,40
Titan (Ti)RestRestRestRest
Chemische Zusammensetzung (maximal zulässiger Anteil) von Reintitan. Die unterschiedlichen Anteile von Stickstoff, Kohlenstoff, Wasserstoff, Eisen und Sauerstoff bewirken unterschiedliche mechanische Eigenschaften

Einteilige und zweiteilige Implantate – was ist der Unterschied?

Ein Implantat kann in den Implantatkörper und den Implantataufbau (Abutment) unterteilt werden. Der Implantatkörper ist der im Knochen liegende Teil des Implantats. Der Implantataufbau, auch als Implantatpfosten oder Zahnhals bezeichnet, wird auf den Implantatkörper aufgeschraubt. Er verbindet den Implantatkörper mit dem eigentlichen Zahnersatz, der sogenannten Suprakonstruktion (lat. supra „oberhalb“). Da dieses Implantat somit aus zwei Teilen besteht, wird es als zweiteiliges Implantat bezeichnet.

Aufbau eines Zahnimplantats

Neben diesen zweiteiligen Implantaten werden auch einteilige Implantate angeboten. Bei ihnen ist der Implantatpfosten nicht vom Implantatkörper getrennt. Der für den Zahnersatz nötige Pfosten ist also in den Implantantkörper integriert. Nach dem Einbringen des Implantats in den Kieferknochen ragt der Implantatpfosten aus dem Zahnfleisch heraus.

Daher eignen sich einteilige Implantate als Sofortimplantate, die unmittelbar nach einer Zahnentfernung in die frische Wunde eingebracht werden. Bei geeigneten Bedingungen (gute Knochenqualität, ausreichende Knochensubstanz, Anzahl der gesetzten Implantate, feste Verankerung der Implantate im Knochen) kann eventuell direkt nach der Operation bzw. innerhalb von 24-36 Stunden ein Zahnersatz eingegliedert und belastet werden (Sofortbelastung).

Langzeiterfolge sind wichtig

Mittlerweile gibt es in Deutschland weit über 100 verschiedene Implantatsysteme, die sich durch das Implantatdesign, die Formvielfalt der Aufbauten oder die Beschaffenheit der Implantatoberfläche unterscheiden. Trotz aller Vielfalt haben sich bei den Implantatformen schraubenförmige oder stiftförmige Implantate durchgesetzt. Blattimplantate, Diskimplantate sowie Nadelimplantate wurden zwar früher häufiger verwendet, kommen heute aber nur noch selten oder gar nicht mehr zum Einsatz.

Angesichts der Vielzahl von Implantatsystemen empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Implantologie im Zahn-, Mund- und Kieferbereich (DGI) als wissenschaftlich ­medizinische Fachgesellschaft generell den Einsatz von Implantatsystemen, die wissenschaftlich dokumentiert und deren Langzeiterfolg in klini­schen Studien nachgewiesen wurde.

„Wir empfehlen auch Patientinnen und Patienten, im Falle einer geplanten Implantatbehandlung, ihren Zahnarzt oder ihre Zahnärztin zu fragen, ob für das jeweils empfohlene System der Langzeiterfolg wissenschaftlich belegt ist.“

DGI-Pastpräsident Prof. Dr. Frank Schwarz auf dem 32. Kongress der Deutsche Gesellschaft für Implantologie, Wiesbaden 2018
Medizinprodukteverordnung
Zahnimplantate sind Medizinprodukte. Sie gehören zur Risikoklasse IIb.
Um Medizinprodukte innerhalb der Europäischen Union und in Deutschland in den freien Warenverkehr zu bringen, müssen die Anforderungen der jeweiligen Richtlinien erfüllt werden. Maßgebend ist dafür die EU-Richtlinie 93/42/EWG auf europäischer – und das Medizinprodukte-Gesetz (MPG) auf nationaler Ebene.

Medizinprodukte erhalten von sogenannten „Benannten Stellen“ ein CE-Zeichen als Zertifizierung. Mit diesem CE-Zeichen erklärt der Hersteller, dass alle für das Produkt relevanten EU-Richtlinien eingehalten worden sind.
Implantat wird immer beliebter.
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