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Maskenmund durch Maskentragen – was ist dran?

Mund-Nasen-Schutz ist in Zeiten von Corona unverzichtbar. Aber schadet die Schutzmaske den Zähnen und dem Zahnfleisch?

Lesedauer: 3 Minuten

Schadet der Mund-Nasen-Schutz Zähnen und Zahnfleisch?

In Zeiten von Corona hat sich das Tragen von Mund-Nasen-Schutzmasken (MNS, OP-Maske) und Atemschutzmasken (z. B. FFP2-Masken, FFP = englisch für “filtering face pieces”) im öffentlichen Raum, aber auch in Innenräumen zur Gewohnheit entwickelt. Was gut ist, schützen doch Schutzmasken vor Atemwegsinfektionen, die durch Tröpfchen (MNS, OP-Maske) oder Aerosole (FFP2-Maske) von Mensch zu Mensch übertragen werden. Dadurch wird das Risiko einer Infektion mit Coronaviren (SARS-CoV-2) verringert.​1–3​

New Yorker Zahnärzte berichten über Maskenmund durch Mund-Nasen-Schutz

Viele Maskenträgerinnen und Maskenträger müssen die Maske ohne Unterbrechung fast den ganzen Tag tragen, beispielsweise Kassenpersonal oder Pflegekräfte. Da die Maske das Atmen durch die Nase erschwert, kann es dazu kommen, dass die Frischluft durch den Mund eingeatmet wird. Was eine Mundtrockenheit verursachen kann. Das wiederum begünstigt das Entstehen von Zahnstein und die Vermehrung von Bakterien. Zudem können im Mund entstehende Säuren nicht durch den Speichel neutralisiert werden. Eine ideale Bedingung für Karius und Baktus. Und in der Tat: New Yorker Zahnärzte wollen bei Maskenträgern mehr Karies und Zahnfleischentzündungen beobachtet haben.

“We’re seeing inflammation in people’s gums that have been healthy forever, and cavities in people who have never had them before.”

Dr. Rob Ramondi, Zahnarzt und Mitbegründer von One Manhattan Dentala dentist and co-founder of One Manhattan Dental

Sie sprechen bereits von „Mask Mouth“ (Maskenmund).​4​ Sicherlich eine Anspielung auf den Begriff „Meth Mouth“, der ein zerstörtes Gebiss bezeichnet, das charakteristisch für langjährige Konsumenten der Droge Crystal Meth ist. Allerdings haben die New Yorker keine Untersuchung nach wissenschaftlichen Standards durchgeführt. Zudem war der Zeitraum für die Beobachtung relativ kurz. Denn das Tragen der Mundschutzmasken war in New York seit Mitte April Vorschrift, der Artikel mit den Aussagen der Zahnärzte erschien bereits im Oktober. Und es gibt keine weiteren Verlautbarungen oder Studien zum Krankheitsbild des Maskenmunds. Dennoch, im Blätterwald und im Internet wurde die Aussage der New Yorker Zahnärzteschaft aufgegriffen. Teilweise mit reißerischen Überschriften.

Was ist dran am Maskenmund durch den Mund-Nasen-Schutz?

Das Recherchezentrum CORRECTIV überprüfte die Behauptung der New Yorker Zahnärzte.​5​ Im Rahmen dieses Faktenchecks bat CORRECTIV sowohl die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) als auch die Bundeszahnärztekammer (BZÄK) um Stellungnahme. Beide Organisationen gehen davon aus, dass durch das Tragen von Schutzmasken keine Gefahr für die Mundgesundheit ausgeht. Die KZBV verweist in ihrer Stellungnahme auf eine Studie.​6​ Diese Studie zeigt, dass bei medizinischem Personal, die während ihrer Tätigkeit ständig Masken tragen, kein schlechterer Mundgesundheitszustand zu beobachten ist. Was im Widerspruch zu den Aussagen der New Yorker Zahnärzte steht. Die BZÄK schließt nicht aus, dass es durch die Maske zu einer Mundatmung kommen kann. Erkenntnisse hierzu liegen ihr zwar nicht vor. Aber bisher hat die BZÄK keine negativen Auswirkungen aus den Zahnarztpraxen erhalten4) Nach dem Faktencheck kommt CORRECTIV zu dem Ergebnis: „Falsch. Das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes führt nicht zu Zahnproblemen.“

In Zeiten von Masken: gute Mund Mundpflege und regelmäßiges Trinken sind noch wichtiger

Dennoch kann die Maskenmund-Aussage der New Yorker Zahnärzte Anlass sein, um auf eine eventuelle Gefahr durch das Tragen von Mund-Nasen-Schutzmasken oder FFP-Masken hinzuweisen. Wer über Stunden Mund und Nase bedecken muss, sollte (neben einer konsequenten Mundpflege) trotz Maske auf Nasenatmung achten und regelmäßig die Mundhöhle durch Trinken – am besten Wasser – zu befeuchten. Dann bleiben Ihr Zahnfleisch und Ihre Zähne auch hinter der schützenden Maske gesund.

(zpl, Foto: Blue Planet Studio/Shutterstock.com)

Literatur

  1. 1.
    Schulze-Röbbecke R, Reska M, Lemmen S. Welche Schutzmaske schützt vor COVID-19? Was ist evidenzbasiert? Krankenhaushygiene up2date. Published online May 6, 2020:123-132. doi:10.1055/a-1133-2046
  2. 2.
    Gandhi M, Beyrer C, Goosby E. Masks Do More Than Protect Others During COVID-19: Reducing the Inoculum of SARS-CoV-2 to Protect the Wearer. J GEN INTERN MED. Published online July 31, 2020:3063-3066. doi:10.1007/s11606-020-06067-8
  3. 3.
    Chan JF-W, Yuan S, Zhang AJ, et al. Surgical Mask Partition Reduces the Risk of Noncontact Transmission in a Golden Syrian Hamster Model for Coronavirus Disease 2019 (COVID-19). Clinical Infectious Diseases. Published online May 30, 2020:2139-2149. doi:10.1093/cid/ciaa644
  4. 4.
    Licea M. ‘Mask mouth’ is a seriously stinky side effect of wearing masks. New York Post. Published August 5, 2020. Accessed January 19, 2021. https://nypost.com/2020/08/05/mask-mouth-is-a-seriously-stinky-side-effect-of-wearing-masks/
  5. 5.
    Wesolowski K. Faktencheck: Nein, das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes führt nicht zu Zahnproblemen. CORRECTIV. Recherchen für die Gesellschaft. Published October 23, 2020. Accessed January 29, 2021. https://correctiv.org/faktencheck/2020/10/23/nein-das-tragen-eines-mund-nasen-schutzes-fuehrt-nicht-zu-zahnproblemen/
  6. 6.
    Deinzer R, Schmidt R, Harnacke D, et al. Finding an upper limit of what might be achievable by patients: oral cleanliness in dental professionals after self-performed manual oral hygiene. Clin Oral Invest. Published online July 4, 2017:839-846. doi:10.1007/s00784-017-2160-9

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