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Munddusche: Hochdruckreiniger für’s Gebiss?

In jedem jedem Elektromarkt sind sie zu finden: Mundduschen zur Verbesserung der Mundhygiene. Was ist dran am Hochdruckreiniger für das Gebiss?

Munddusche ist kein Ersatz fürs Zähneputzen

Gleich vorweg: Mundduschen ersetzen nicht das tägliche Zahnputzritual mit Zahnbürste und Zahnpasta. Sie ersetzen auch nicht Zahnseide oder Zahnzwischenraumbürsten.

Aber die Munddusche kann die Reinigung unterstützen. Vor allem an Stellen, an denen die Zahnbürste nicht oder nur sehr schwer hinkommt. Unter festsitzenden Zahnbrücken, um Implante, unter den Drähten einer festsitzenden Zahnspange oder in den Zahnzwischenräumen kann der gebündelte Wasserstrahl, der bei einigen Geräten auch pulsiert und rotiert, den mit der Zahnbürste losgerüttelten Zahnbelag (Plaque) und lose Speisereste von den Zähnen spülen. Schnell und unkompliziert. Am besten morgens und abends direkt nach dem Zähneputzen. So hilft die Munddusche im Kampf gegen Karies und Zahnfleischentzündung, aber auch gegen lästigen Mundgeruch (Halitosis).

Eine gute Alternative sind Mundduschen für Personen mit eingeschränkter Motorik, die Schwierigkeiten bei der Benutzung von Zahnzwischenraumbürsten oder Zahnseide haben. Mit ihr können auch diese Personen ihre Zahnzwischenräume von losen Speiseresten befreien und die Mundhygiene so verbessern.

Mit Vorsicht beginnen

Aber Vorsicht: Viel hilft nicht viel! Zwar lässt sich bei den meisten Mundduschen die Stärke des Wasserstrahls einstellen. Wer jedoch noch Mundduschen-Neuling ist, sollte zunächst eine schwächere Stufe wählen. Mit mehr Erfahrung kann man dann den Druck schrittweise steigern.

Immer mal wieder ist zu hören, Mundduschen seien prinzipiell gefährlich für die Gesundheit, denn sie könnten das Bakteriämie-Risiko erhöhen und zu mehr Verletzungen im Mund führen. Diese Warnung ist jedoch in ihrer Verallgemeinerung unbegründet wie Literaturübersichten zeigen (vgl. Husseini et al. 2008, Jolkovsky DL et al. 2015).

Einige Menschen sollten auf die Munddusche verzichten

Liegt jedoch bereits eine Parodontitis mit tiefen Zahnfleischtaschen oder eine offene Wunde im Mund vor, dann sollte vor der Anwendung einer Munddusche die Zahnarztpraxis befragt werden. Denn durch den Wasserstrahl ist es möglich, dass Bakterien tiefer in die Zahnfleischtaschen gelangen und dort das Infektionsrisiko erhöhen. Ebenso sollten Personen mit einem Herzleiden oder künstlichen Herzklappen, die ein erhöhtes Risiko für eine Herzinnenhautentzündung (Endokarditis) haben, keine Munddusche verwenden, da die Gefahr einer Bakteriämie, d.h. der Einschwemmung von Bakterien in den Blutkreislauf, besteht. Allerdings kann auch die Benutzung einer Zahnbürste zu einer Bakteriämie führen.

ACHTUNG!
Personen mit einem Herzleiden oder künstlichen Herzklappen, die ein erhöhtes Risiko für eine Herzinnenhautentzündung (Endokarditis) haben, sollten keine Munddusche verwenden.

Gegen Kalk, Keime und Bakterien

Wichtig ist, die Munddusche immer wieder gut zu reinigen, da sich sonst schnell Keime und Bakterien bilden und sich Kalk im Gerät, im Schlauch und in der Düse ablagert. Hierfür gibt es spezielle Reinigungsmittel. Zur Entkalkung reichen aber auch die guten alten Hausmittel aus, bspw. mit warmen Wasser verdünnte Zitronensäure bzw. Essig oder Gebissreiniger. Einfach die Lösung mehrfach durch die Munddusche laufen lassen und anschließend gründlich mit klarem Wasser spülen.

Fazit

  • Mundduschen sind eine gute Ergänzung, aber kein Ersatz für Zahnbürste und Zahnzwischenraumbürste.
  • Für Personen mit eingeschränkter Motorik mit Problemen bei der Benutzung von Zahnzwischenraumbürsten oder Zahnseide sind die Geräte eine Alternative.
  • Personen mit Herzleiden, offenen Wunden im Mund oder Parodontitis sollten Mundduschen nicht verwenden, bzw. Rücksprache mit ihrem Kardiologen/ihrem Zahnarzt, ihrer Kardiologin/ihrem Zahnarzt halten.
  • Die Geräte müssen regelmäßig gereinigt und entkalkt werden.

(zpl, Foto: © vasilkamalov/Shutterstock.com)

Weitere Informationen im Internet

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