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Mikroplastik: Die Gefahr aus der Tube?

Mikroplastik in Zahnpasten?

Um die Zähne zu reinigen, enthält unsere Zahnpasta Putzkörper, auch Abrasivstoffe genannt. Diese Putzkörper reinigen den Zahn und Polieren den Zahnschmelz. Abrasivstoffe enthalten Materialien wie Phosphate, Aluminiumoxid oder Natriumhydrogencarbonat. Lange Zeit wurde manchen Zahnpasten auch Mikroplastik als Putzkörper zugesetzt. Mit Folgen für unsere Umwelt. Den diese winzigen Plastikteilchen gelangen über das Abwasser in die Kläranlagen. Hier werden sie jedoch nicht aufgefangen. So gelangen die kleinen Plastikpartikel in die Flüsse und Meere und damit letztlich auch in die Nahrungskette. Forscher fanden bereits Mikroplastik in Plankton und Muscheln, ja sogar in Fischen und Seevögeln (vgl. www.BUND.de). Eine Studie der Länder Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz hat ergeben, dass bereits heute winzige Kunststoffrückstände in fast allen Seen und Flüssen zu finden sind (vgl. Mikroplastik in Binnengewässern Süd- und Westdeutschlands).

Seit 2014 kein Mikroplastik in Zahnpasten

Es ist daher nur konsequent, wenn Wissenschaftler ein Verbot fordern. Während in vielen Duschgels, Peelings, Lippenstiften oder Schampoos weiterhin dieser Stoff enthalten ist, haben die Zahnpasta-Hersteller reagiert. Laut dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) gab es seit Ende 2014 kein umweltschädliches Mikroplastik mehr in neu produzierten Zahnpasten. Leider nur bis 2017: Denn mit dem Zahnfleischpflege-Gel Parodont erschien im Herbst 2017 ein Zahnpflegeprodukt auf dem Markt, in dem das Mikroplastik Polyethylen (PE) wieder enthalten ist (vgl. Mikroplastik. Die unsichtbare Gefahr). Zwar leistet Mikroplastik aus kosmetischen Mitteln nur einen vergleichsweise geringen Beitrag zur Belastung der Umwelt. Aber die Zahnpasta-Hersteller zeigen eindrucksvoll, dass in vielen Produkten auf die Verwendung von Plastikpartikeln verzichtet werden. Denn Alternativen stehen zur Verfügung.

Zahnpastahersteller verzichten in ihren Produkten auf Mikroplastik
Zahnpastahersteller verzichten in ihren Produkten auf Mikroplastik

Alternativen sind vorhanden

Forscher vom Frauenhofer-Institut für Mikrostruktur von Werkstoffen und Systemen haben einen biobasierten und biologisch abbaubaren Ersatz entwickelt. Sie verwenden dazu Cellulosepartikel aus Buchenholz, Hafer, Weizen und Mais. Diese Partikel werden speziell aufbereitet und erfüllen dadurch die Anforderungen, die an die Schleif- und Reinigungleistungen in Zahn- und Hautpflege-Produkten gestellt werden (vgl. Biologisch abbaubare Alternativen). Allerdings muss immer genau hingeschaut werden, was als Alternative verwendet wird. Beispielsweise ist das biobasierte Alternativprodukt Polyactid (PLA) zwar biologisch abbaubar, jedoch nur unter Bedingungen, die lediglich in Kompostieranlagen gegeben sind. Unter Normalbedingungen wird diese Alternativprodukt erst nach sehr langer Zeit zu Wasser und Kohlendioxid zersetzt (vgl. www.kunststoffe.de).

Plastikstrategie der EU-Kommission

Im Januar legte die EU-Kommission ihre europäische Plastikstrategie zum Schutz der Umwelt vor. Diese Strategie sieht vor, dass ab 2030 alle Kunststoffverpackungen auf dem EU-Markt recyclingfähig sind und der Verbrauch von Einwegkunststoffen verringert wird. Zudem sollen innerhalb der EU Maßnahmen ergriffen werden, um die Verwendung von Mikroplastik zu beschränken (vgl. Pressemitteilung der EU-Kommission). Bis dahin sind die Verbraucher selbst gefordert, sich über Mikroplastik in den verschiedenen Produkten zu informieren. Was allerdings aufgrund fehlender Transparenz und unterschiedlichen Definitionen nicht einfach ist. So erkennen viele Hersteller lediglich Polyethylen als Mikroplastik an, nicht jedoch Kunststoffe wie Nylon-12, Acrylates Copolymer oder Acrylate Crosspolymer. Diese und weitere Stoffe sind nach wissenschaftlichen Definitionen jedoch ebenfalls als Mikroplastik einzustufen. Eine Hilfe bietet der BUND-Einkaufsratgeber „Mikroplastik. Die unsichtbare Gefahr„. In diesem Ratgeber finden Sie Produkte mit diesem Inhaltsstoff.

Was ist Mikroplastik?

Das Umweltbundesamt definiert Mikroplastik ganz allgemein wie folgt: „Mikroplastik sind Plastik-Partikel, die fünf Millimeter und kleiner sind.“ Außerdem muss zwischen sekundärem Mikroplastik (großes Plastik, das durch Sonneneinstrahlung brüchig wird und dann in Mikroplastikpartikel zerfällt) und primärem Mikroplastik, das von Anfang an kleiner als 5 mm ist, unterschieden werden.

Gelangen Kunststoffe in die Umwelt, dann bleiben sie dort sehr lange bestehen, da sie nur sehr langsam abgebaut werden. Mikroplastik aus Kosmetika gelangt oft über die Abwasserleitungen in die Kläranlagen. Da sie jedoch dort nicht oder nur unzureichend herausgefiltert werden, gelangen die kleinen Plastikpartikel in die Flüsse, Seen oder Ozeane. Dort werden sie von verschiedenen Meereslebewesen aufgenommen und gelangen so in die Nahrungskette.

Die häufigsten Kunststoffe in Kosmetika und ihre Abkürzungen

Kunststoff (Abkürzung)
Polyethylen (PE)
Polypropylen (PP)
Polyethylenterephthalat (PET)
Nylon-12 (Nylon-12)
Nylon-6 (Nylon-6)
Polyurethan (PUR)
Acrylates Copolymer (AC)
Acrylates Crosspolymer (ACS)
Polyacrylat (PA)
Polymethylmethacrylat (PMMA)
Polystyren (PS)

 

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