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Nährwertkennzeichnung: Erst Ampel, nun Wabe?

Über eine einheitliche Nährwertkennzeichnung wird schon lange in Deutschland diskutiert. Fast schon zu lange. Nun wagt dass Max Rubner-Institut einen neuen Vorstoß.

Nährwertkennzeichnung kommt nicht voran

Lang, schon viel zu lange, wird in Deutschland über eine einheitliche Nährwertkennzeichnung für Lebensmittel diskutiert. Was sich viele Verbraucher wünschen, nämlich eine leicht verständliche Kennzeichnung von Lebensmitteln, kommt bisher nicht richtig voran. Dabei wäre ein einheitliches Zeichen, das für alle Produzenten verbindlich ist, sinnvoll Wobei allerdings schon die Verbindlichkeit ein Problem darstellt. Denn nach derzeitigem EU-Recht kann ein Unternehmen nicht gezwungen werden, ein entsprechendes Symbol auf die Verpackungen zu drucken.

Wabenmodell soll Brücke bauen

Immerhin hat das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) das Bundesforschungsinstitut für Ernährung und Lebensmittel (Max Rubner-Institut) beauftragt, ein eigenes Modell zur verständlichen Darstellung des Nährwertgehalts in Nahrungsmitteln zu entwickeln. Schließlich hatten CDU, CSU und SPD in ihrem Koalitionsvertrag vom 7. Februar 2018 unter der Überschrift „Ernährung und Landwirtschaft“ (Seiten 84–91) unter anderem Festgelegt, die Nährwertkennzeichnung bis zum Sommer 2019 zu konkretisieren (Seite 89).

Das Ergebnis wurde kürzlich vom Max-Rubner-Institut (MRI) vorgestellt. Nach Angaben des MRI baut die auf wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhende Kennzeichen eine Verbindung zwischen dem, was bisher schon an Gutem und Vorteilhaftem vorhanden ist. Zugleich hat die Kennzeichnung die wichtige Aufgabe, eine Brücke zwischen den verschiedenen Interessen, die bei der Einführung einer Nährwertkennzeichnung zu berücksichtigen sind, zu bilden – eine Brücke, die im Idealfall für alle einen gangbaren Weg darstellt.

Laut MRI kombiniert der vorgeschlagene NWK-Modell-Entwurf Vorteile mehrerer bestehender Modelle. (Grafik: MRI).
Laut MRI kombiniert der vorgeschlagene NWK-Modell-Entwurf Vorteile mehrerer bestehender Modelle. (Grafik: MRI).

Nährwertkennzeichung mit Sternen und Farbe

Die Kennzeichnung verfügt über eine Gesamtbewertung, die eine schnelle Einordnung des Lebensmittels ermöglichen. Die aus der Hotellerie bekannte Sternebewertung und die mit der Qualität des Lebensmittels zunehmende Farbintensität sind auch ohne zusätzliche Erläuterung leicht nachvollziehbare Signale. Die Sterne bewerten zusammenfassend den Energiegehalt, den Gehalt an ausgewählten Nährstoffen und den Anteil ausgewählter Lebensmittelgruppen (z. B. Gemüse, Nüsse) am Produkt. Je günstiger die zusammenfassende Bewertung ausfällt, desto mehr Felder sind farblich ausgefüllt und desto mehr Sterne werden vergeben.

Laut MRI soll „Jeder Mensch (…) weiter seine Lebensmittelauswahl frei und ohne Stigmatisierung treffen können – aber es soll ihm so leicht wie möglich gemacht werden, die Entscheidung zu treffen, die seine Gesundheit unterstützt. Entsprechend bleibt das MRI-Nährwertkennzeichen-Modell sachlich und informativ in der Darstellung.“

Nutri-Score als Nährwertkennzeichung in Europa führend

Fraglich bleibt dennoch, ob Deutschland eine eigene Kennzeichnung haben muss. Schließlich wird die schon länger vorhandene fünfstufige, farbliche Nutri-Score-Kennzeichnung in Europa immer beliebter. Belgien und Frankreich haben sie bereits eingeführt und Spanien, Portugal und Luxemburg wollen sie künftig verwenden. Einheitlich in Europa, leicht verständlich für die Konsumenten und verbindlich für die Unternehmen, das sollte das Ziel einer Nährwertkennzeichnung sein. Alles andere stiftet nur Verwirrung und verunsichert die Verbraucher.

Max Rubner-Institut

Das Max Rubner-Institut (MRI), benannt nach dem deutschen Mediziner, Physiologe und Hygieniker Max Rubner (1854 - 1932), hat seinen Forschungsschwerpunkt im gesundheitlichen Verbraucherschutz im Ernährungsbereich. Es berät das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft auf diesem Gebiet. Gegründet wurde das MRI am 1. Januar 2008. Vorgängereinrichtung war die Bundesforschungsanstalt für Ernährung und Lebensmittel (BfEL).

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