Nicht rechtzeitig behandelte Infektionen im Bereich der Zähne oder des Zahnhalteapparates sowie Infektionen infolge zahnärztlicher Eingriffe können das Risiko für eine lebensbedrohliche Erkrankung, die sogenannte Sepsis, erhöhen.
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Zusammenfassung
Bei zahnärztlichen Eingriffen wie Zahnextraktionen, Parodontalbehandlungen oder professionellen Zahnreinigungen gelangen manchmal Bakterien in den Blutkreislauf. Diesen Vorgang nennt man Bakteriämie; er ist eine bekannte Komplikation bei zahnärztlichen Behandlungen. Das Immunsystem wehrt die Bakterien in den meisten Fällen erfolgreich ab. Bei bestimmten Patientengruppen, zum Beispiel Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder einer Immunschwäche, erhöht die Bakteriämie jedoch das Risiko für Infektionen. Manche Zahnarztpraxen empfehlen deshalb vorbeugend, vor einem Eingriff eine antiseptische Mundspülung zu verwenden, meist mit dem Wirkstoff Chlorhexidin. Studien zeigen, dass diese Maßnahme die Häufigkeit einer vorübergehenden Bakteriämie vermindert und ihre Dauer verkürzt. Einen vollständigen Schutz bieten solche Maßnahmen jedoch nicht. Eine gute Mundhygiene und regelmäßige zahnärztliche Vorsorgeuntersuchungen beugen schweren Infektionen und einer Sepsis am besten vor.
In Deutschland zählt Sepsis mit geschätzten 140.000 Todesfällen jährlich zu den häufigsten Todesursachen. Bemerkenswert ist, dass etwa 80 Prozent dieser Fälle außerhalb stationärer Einrichtungen auftreten. Dies unterstreicht die hohe Bedeutung der Prävention und Früherkennung.
Ausbreitung von Infektionen im Mundraum
Infektionen an einem Zahn oder im Zahnfleisch können sich auf angrenzende Strukturen auswirken. Dazu zählen Kieferknochen, Weichteile des Gesichts sowie tiefer gelegene Bereiche des Halses. Aufgrund der engen Nachbarschaft zu lebenswichtigen Strukturen wie den Atemwegen, großen Blutgefäßen und dem Gehirn besteht bei solchen Infektionen die Gefahr einer schnellen Ausbreitung. Im schlimmsten Fall kann dies zu lebensbedrohlichen Komplikationen, einschließlich Sepsis, führen.
Iljana Schmitz, wissenschaftliche Referentin der Sepsis-Stiftung, betont die Bedeutung einer raschen und effektiven Immunantwort auf Infektionen:
„Wenn unser Körper eine Infektion nicht schnell und wirksam genug begrenzen kann, kann es zu dem lebensbedrohlichen Notfall Sepsis kommen. Es ist für mich immer wieder erschreckend, wie wenig wir als Gesellschaft über Sepsis hören und wissen – obwohl Sepsis zu den häufigsten medizinischen Notfällen und Todesursachen in Deutschland gehört. Gezielte Prävention und das Kennen der Warnzeichen retten Leben.“
Iljana Schmitz, wissenschaftliche Referentin der Sepsis-Stiftung
Bakterielle Keime nach zahnärztlichen Eingriffen – Ein nicht zu unterschätzendes Risiko
Bei zahnärztlichen Eingriffen wie Zahnextraktionen, Parodontalbehandlungen oder auch bei professionellen Zahnreinigungen können Bakterien in den Blutkreislauf gelangen, ein Prozess, der als Bakteriämie bezeichnet wird. In den meisten Fällen ist diese vorübergehend und wird vom Immunsystem ohne Symptome überwunden. Allerdings besteht bei bestimmten Risikogruppen, etwa Patienten mit Herzklappenerkrankungen, geschwächtem Immunsystem, Diabetes mellitus, Tumorerkrankungen oder älteren Menschen, die Gefahr einer schwerwiegenden Infektion. Einige Zahnarztpraxen empfehlen präventiv die Nutzung antiseptischer Mundspülungen, meist mit Chlorhexidin, vor zahnärztlichen Eingriffen. Studien deuten darauf hin, dass diese Maßnahme die Häufigkeit vorübergehender Bakteriämien vermindern kann und deren Dauer verkürzt. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass solche Maßnahmen keinen vollständigen Schutz bieten. Sie stellen somit nur eine ergänzende Maßnahme dar.
Wichtige Präventionsstrategien
Der beste Ansatz zur Vorbeugung von schweren Infektionen und Sepsis im Zusammenhang mit Zahnerkrankungen bleibt eine gute Mundhygiene und regelmäßige zahnärztliche Vorsorgeuntersuchungen. Frühzeitige Behandlung von Zahn- und Zahnfleischerkrankungen stellt eine effiziente Strategie dar, um die Entstehung schwerer Infektionen zu verhindern.
Hintergrund
Sepsis ist eine potenziell lebensbedrohliche Reaktion des Körpers auf Infektionen, bei der durch die Abwehrreaktion eigene Organe und Gewebe geschädigt werden. Ausgelöst durch Bakterien, Viren, Pilze oder Parasiten, kann eine unbehandelte Sepsis innerhalb kurzer Zeit zu Multiorganversagen und Schock führen. Die frühzeitige Diagnose und Behandlung sind daher wichtig.
zpl, Quelle: idw – Informationsdienst Wissenschaft, Teaserfoto: Adobe KI-generiert








