Fast 10 Millionen Menschen in Deutschland sind an Diabetes mellitus Typ 2 erkrankt. Dreimal mehr haben Parodontitis. Beide beeinflussen sich gegenseitig.

Diabetes und Parodontitis verstärken sich gegenseitig

Fast 10 Millionen Menschen in Deutschland sind an Diabetes mellitus Typ 2 erkrankt. Dreimal mehr haben Parodontitis. Beide beeinflussen sich gegenseitig.

Voraussichtliche Lesedauer: 3 Minuten

Diabetes und Parodontitis hängen biologisch zusammen

Rund 8,5 Millionen Menschen in Deutschland sind an Diabetes mellitus Typ 2 erkrankt. Hinzu kommt eine Dunkelziffer von mindestens 2 Millionen Menschen. An Parodontitis leiden rund 35 Millionen. Biologisch hängen beide Volkskrankheiten zusammen, darauf verweisen der Bundesverband der Niedergelassenen Diabetologen e.V. (BVND) und die Bundeszahnärztekammer (BZÄK) anlässlich des Weltdiabetestags am 14. November.

Eine Diabeteserkrankung ist gekennzeichnet durch einen dauerhaft erhöhten Blutglukosespiegel. Bei Diabetes mellitus unterscheidet man im Kern zwischen zwei Typen: Während Diabetes Typ 1 vorwiegend in der Kindheit oder Jugend auftritt, ist Diabetes Typ 2 eine über die Zeit erworbene Insulinresistenz, die vor allem auf bestimmte Lebensgewohnheiten, beispielsweise ungesunde Ernährung, Übergewicht und zu wenig Bewegung, zurückzuführen ist. Durch eine körpereigene Abwehrreaktion, bei der es zur Zerstörung von Pankreaszellen bei den Betroffenen kommt, wird ein Insulinmangel ausgelöst. Wodurch sich in der Folge der Blutzuckerspiegel erhöht. Bei Parodontitis handelt es sich um eine durch Bakterien im Zahnbelag verursachte chronische Entzündung des Zahnhalteapparates, wobei der Kieferknochen und die Haltefasern der Zähne zerstört werden.

Zwei Volkskrankheiten, die sich gegenseitig verstärken

Wissenschaftlich erwiesen sind die Zusammenhänge zwischen Diabetes und Parodontitis. Zudem existieren verschiedene immunologische und klinische Ähnlichkeiten zwischen den beiden Erkrankungen. Bei Diabetikern schreitet eine Parodontitis oft schneller voran, verläuft häufig schwerer und in der Regel verlieren sie mehr Zähne als Menschen ohne Diabetes. Hinzu kommt, dass sowohl Parodontitis als auch Diabetes sich zunächst unbemerkt entwickeln und daher oft erst in einem späten Stadium erkannt werden. Diabetiker sollten auf eine gut eingestellte Blutzuckerwerte achten; denn Patienten mit gut eingestellten Blutzuckerwerten sprechen wesentlich besser auf eine Parodontitis-Behandlung an. Aber auch der regelmäßige Kontrolltermin in der Zahnarztpraxis ist wichtig. Denn eine unbehandelte Parodontitis erschwert die Behandlung des Typ-2-Diabetes, weil sich der Blutzucker über das Insulin nicht mehr optimal einstellen lässt.

„Nicht nur biologisch, auch bei den Risikofaktoren beider Erkrankungen gibt es Parallelen. Das gilt zum Beispiel für einen ungesunden Lebensstil, Stress, Zuckerkonsum, Adipositas, das Rauchen und Alkohol sowie eine genetische Prädisposition.“

Dr. Nikolaus Scheper, Vorsitzender des BVND

Fachübergreifende Zusammenarbeit sinnvoll

Durch Parodontitis besteht die Gefahr, dass Bakterien, über die Blutgefäße des Zahnfleisches in den Blutkreislauf gelangen. Wodurch sich das Risiko für andere Erkrankungen steigert, beispielsweise für Diabetes mellitus, Herzinfarkt, Schlaganfall und rheumatoide Arthritis. Was auch bedeutet, dass eine fachübergreifende Zusammenarbeit sinnvoll ist. Hinzu kommt, dass die Alterung der Gesellschaft dazu führt, dass chronische Krankheiten in der Bevölkerung zunehmen. Was besonders auf Parodontitis- und Diabetes zutrifft.

(Quelle: PM BZÄK, Teaserbild: proDente e.V./Kierzkowski)

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