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Zahnpflege auf höchstem Niveau

Implantat wird immer beliebter.

Welche Voraussetzungen müssen für ein Implantat erfüllt sein?

Zwar kann ein Implantat nach Abschluss des Knochenwachstums (also nicht bei Kindern und Jugendlichen) in jedem Alter eingesetzt werden. Für eine erfolgreiche Einheilung eines Implantats sind allerdings einige Faktoren besonders wichtig:

  • Das Knochenangebot muss ausreichend sein, was durch spezielle Vermessungen anhand von Röntgenaufnahmen ermittelt wird. In einigen Fällen können spezielle Röntgenaufnahmetechniken notwendig sein (Computertomographie (CT), Digitale Volumentomografie (DVT)).
  • Bestimmte Vorerkrankungen wie schwerer Diabetes, Autoimmunerkrankungen oder Tumorerkrankungen lassen eine Implantatversorgung manchmal nicht zu.
  • Eine Kontraindikation sind auch Therapien, die die Einheilung und den Verbleib des Implantates gefährden (z. B. Immunsuppressiva, Antidepressiva, Antikoagulanzien, Zytostatika). Bisphosphonate, Inhaltsstoffe für Medikamente gegen Osteoporose, Knochentumore, das Kalziumüberschusssyndrom und gegen Morbus Paget (übermäßiger Knochenbau), können die Einheilung von Implantaten stark gefährden oder behindern.

Ist das Implantat im Knochen stabil eingewachsen, die sogenannte Osseointegration, dann schützt das eng am Implantatpfosten anliegende Zahnfleisch, die Gingiva, das Implantat vor Speichel und Bakterien und damit vor Infektionen. Dieser Übergang zwischen Implantat und Zahnfleisch muss bei der täglichen Zahnpflege besonders berücksichtigt werden, denn das Zahnfleisch liegt dem Implantat nur locker an. Zusätzlich zur üblichen Zahnpflege schützt eine  professionelle Zahnreinigung (PZR) das Implantat vor einer Entzündung (Periimplantitis).

Der Knochen reicht nicht. Was nun?

Zur sicheren Befestigung des Implantates ist eine ausreichende Knochenstärke um das Implantat notwendig. Mindestens neun bis zehn Millimeter sollte der Implantatkörper in den Kieferknochen reichen und dabei auf allen Seiten von einer wenigstens zwei Millimeter starken Knochenschicht umgeben sein. Nicht immer liegen diese Voraussetzungen vor. Dann sind weitere Maßnahmen zur Verbesserung des Implantatlagers notwendig.

Ist der Kieferkamm für ein Implantat zwar hoch genug, aber zu schmal, dann kann eventuell eine chirurgisch durchgeführte Knochenspreizung (Bone Spreading) die Implantation ermöglichen. Dabei wird der Kieferknochen um 3 – 4 mm gespreizt, das Implantat eingesetzt und die noch verbliebene Lücke mit Knochenmaterial aufgefüllt. Für eine ungestörte Heilung wird der Übergang zwischen Knochen und Weichgewebe mit einer sich selbstauflösenden (resorbierbaren) Membran, einer Art Folie, abgedeckt.

Eine häufig durchgeführte Maßnahme ist der Knochenaufbau (Augmentation), bei dem zusätzlicher Knochen an den Kieferknochen angelagert wird. Bei geringen Mengen wird dieser Eigenknochen während der Implantatoperation aus Knochenmehl, das beim Bohren anfällt und mit einem speziellen Filter aufgefangen wird, gewonnen. Benötigt der Zahnarzt größere Knochenmengen, dann kann eigener Knochen aus dem Unterkiefer hinter dem letzten Backenzahn oder dem Beckenkamm entnommen werden. Anschließend wird der gewonnene Knochen mit Schrauben aus Titan im Bereich des fehlenden Knochens fixiert.

Knochenaufbau im Unterkiefer. Das auf den vorhandenen Knochen angelagerte Knochenersatzmaterial wird mit einer Membran abgedeckt. Anschließend wird das Zahnfleisch über der Membran vernäht.
Knochenaufbau im Unterkiefer. Das auf den vorhandenen Knochen angelagerte Knochenersatzmaterial wird mit einer Membran abgedeckt. Anschließend wird das Zahnfleisch über der Membran vernäht.

Als sogenannter “Goldstandard” für Knochenersatzmaterialien gilt patienteneigener (autologer) Knochen. Es werden aber auch tierische (xenogene) Ersatzmaterialien, z. B. vom Rind, verwendet. Darüber hinaus gibt es pflanzliche (phykogen) und synthetische Materialien (alloplastisch)(siehe Tabelle). 

allogenvon einem anderen Menschen
alloplastischsynthetische (künstlich hergestellte) Fremdmaterialien
autogenvom Patienten selbst
phykogen pflanzlicher Ursprung
syngen, isogenvon genetisch identischen Individuen
xenogenvon einer anderen Spezies (zum Beispiel Rind, Schwein)
Knochenersatzmaterial kann aus verschiedenen Quellen gewonnen werden

Sinuslift wenn der Knochen nicht reicht

Für den Bereich des seitlichen Oberkiefers, in dem die Knochenhöhe aufgrund ausgedehnter Kieferhöhlen oft sehr gering ist, steht mit der Sinusboden-Elevation, dem Sinuslift, ein weiteres Verfahren zum Knochenaufbau zur Verfügung. Der knöcherne Sinusboden trennt die Kieferhöhle von der Mundhöhle ab. Der Name “Sinuslift” ergibt sich aus einer Kombination der lateinischen Bezeichnung der Kieferhöhle (Sinus Maxillaris) und der englischen Bezeichnung “to lift” für heben bzw. anheben.

Bei dieser operativen Technik wird zunächst die Schleimhaut zwischen Kieferknochen und der darüber liegenden Kieferhöhle etwas angehoben. Der dadurch entstandene Hohlraum wird anschließend mit Knochenersatzmaterial aufgefüllt. In dem so verstärkten Knochen findet das Implantat sicheren Halt.

Je nach vorhandener natürlicher Knochendicke wird ein interner (geschlossener oder indirekter) bzw. ein externer (offener oder direkter) Sinuslift durchgeführt. Bei einer Knochendicke zwischen 4 und 6 kann ein interner Sinuslift vorgenommen werden. Aufgrund seiner angewendeten Technik ist der interne Sinuslift ein minimalinvasives Verfahren.
Für den externen oder offene Sinuslift wird vom Mundvorhof aus ein seitliches Fenster in die knöcherne Kieferhöhlenwand gebohrt. Die Schleimhaut wird angehoben und künstlicher Knochen in den Hohlraum gefüllt. Anschließend wird das Fenster mit einer Membran geschlossen und die Mundschleimhaut über der Membran vernäht.

Obwohl durchweg über gute Erfolge berichtet wird, ist die Sinusboden-Elevation wegen der Einbeziehung der Kieferhöhle nicht unumstritten. In jedem Fall sollte vor einem Sinuslift eine genaue Befundung der Nasennebenhöhle durchgeführt werden. Gegebenfalls empfiehlt es sich, vor der geplanten Operation einen Hals-Nasen-Ohrenarzt aufzusuchen.

Implantat wird immer beliebter.
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6 Kommentare zu „Implantat wird immer beliebter.

  • 23. Oktober 2020 um 9:06 pm
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    Dies war ein interessanter Artikel darüber, wie Implantate immer beliebter werden. Ich glaube, ich brauche vielleicht Zahnimplantate, weil meine Zähne nicht in gutem Zustand sind. Ich werde mich nach einem Zahnarzt umsehen, zu dem ich gehen kann, um die Möglichkeit einer Implantation zu besprechen.

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  • 14. Dezember 2020 um 2:28 pm
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    Danke für den informativen Beitrag über Zahnimplantate. Mein Vater hat ein paar Zähne verloren, die er sich auch neu implantieren lassen möchte. Er wurde auch schon gut von seiner Praxis für Implantologie beraten. Interessant, dass es inzwischen in Deutschland weit über 100 verschiedene Implantatsysteme gibt.

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  • 4. Januar 2021 um 11:27 am
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    Ich habe echt nicht gewusst, dass Zahnimplantate immer beliebter werden. Interessant, dass es inzwischen über 100 verschiedene gibt und Blattimplantate inzwischen nicht mehr genutzt werden. Ich bin konform mit der Meinung von Prof. Schwarz, dass man nur Implantate nutzen sollte, über die wissenschaftliche Studien vorliegen.

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  • 8. Januar 2021 um 9:37 am
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    Meine Frau braucht ein Implantat. Es ist gut zu wissen das dort keine Nachbarzähne beschliffen werden müssen und der Zahn direkt in den Knochen eingeht. Hoffentlich finden wir einen Zahnarzt, der das auch so gut machen kann. 

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  • 29. März 2021 um 7:29 am
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    Tatsächlich sehr interessante Zahlen und Fakten! Ich würde auf jeden Fall in erster Linie zu einem Zahnimplantat greifen, da die Nachbarzähne dabei nicht mit einbezogen werden.
    Ich bin für Mitte des Jahres auch dran-zwei Backenzähne. Bin aber aufgrund von Corona mal gespannt, ob ich meine Reise nach Budapest antreten kann.
    Ich habe mich auch sehr lange und intensiv mit dem Thema beschäftigt und mich aufgrund der günstigeren Konditionen für eine Behandlung in Ungarn entschieden (***** Werbung entfernt/red.). Ich bin mal gespannt wie es bei mir läuft.

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  • 31. März 2021 um 1:21 pm
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    Meine Frau will gern ein Implantat oder einen festsitzenden Zahnersatz haben. Es ist gut zu wissen das bei dieser Methode keine gesunden zähne angeschliffen werden müssen zur Befestigung. Hoffentlich finden wir einen Arzt, der sich gut damit auskennt.

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