Kinder ohne Karies - Eine Anleitung für ein zahngesundes Leben

Kinder ohne Karies. Eine Anleitung für ein zahngesundes Leben

Eigentlich ist es kein Hexenwerk, Kinder ohne Karies aufwachsen zu lassen. Aber Studien zeigen, dass dieses Ziel für viele Kinder ein Traum bleibt.

Voraussichtliche Lesedauer: 6 Minuten

In Deutschland ist dank guter Vorsorgeprogramme die Karies bei Kindern und Jugendlichen im Rückzug 1Calado, R., et al., Caries prevalence and treatment needs in young people in Portugal: the third national study. Community Dent Health, 2017. 34(2): p. 107-111.2Hugoson, A., et al., Caries prevalence and distribution in individuals aged 3-20 years in Jönköping, Sweden, over a 30-year period (1973-2003). Int J Paediatr Dent, 2008. 18(1): p. 18-26./[ [1-6]3Jacobsson, B., et al., Oral health in young individuals with foreign and Swedish backgrounds–a ten-year perspective. Eur Arch Paediatr Dent, 2011. 12(3): p. 151-8.4Heinrich-Weltzien, R., et al., [Dental health in German and Turkish school children–a 10-year comparison]. Gesundheitswesen, 2007. 69(2): p. 105-9.5Pieper, K., et al., Caries prevalence in 12-year-old children from Germany: results of the 2009 national survey. Community Dent Health, 2013. 30(3): p. 138-42.6Steiner, M., et al., Changes in dental caries in Zurich school-children over a period of 45 years. Schweiz Monatsschr Zahnmed, 2010. 120(12): p. 1084-1104.. Aber Studien bei Vorschulkindern zeigen auch, dass in dieser Altersgruppe der Kariesrückgang bei Milchzähnen geringer ausfällt als bei Schulkindern7Calado, R., et al., Caries prevalence and treatment needs in young people in Portugal: the third national study. Community Dent Health, 2017. 34(2): p. 107-111.8Baden, A., Schiffner, U., Milchzahnkaries bei 3-6jährigen Kindern im Landkreis Steinburg. Oralprophylaxe & Kinderzahnheilkunde, 2008. 30: p. 70-74.9Ferro, R., et al., Preschoolers‘ dental caries experience and its trend over 20 years in a North-East Italian Health District. Eur J Paediatr Dent, 2007. 8(4): p. 199-204.10Heilmann, A., et al., [The Common Risk Factor Approach – An Integrated Population- and Evidence-Based Approach for Reducing Social Inequalities in Oral Health]. Gesundheitswesen, 2016. 78(10): p. 672-677.]11Jones, C.M., et al., The caries experience of 5 year-old children in Scotland in 2013-2014, and in England and Wales in 2014-2015. Reports of cross-sectional dental surveys using BASCD criteria. Community Dent Health, 2017. 34(3): p. 157-162.12Lorbeer, L., Boemans, B, Wetzel, WE, Karieshäufigkeit bei Kindergartenkindern – Ein Vergleich der Werte für 1986 und 1996 in Mittelhessen. Oralprophylaxe & Kinderzahnheilkunde, 1998. 20: p. 95-100.13Robke, F.J., Effects of nursing bottle misuse on oral health. Prevalence of caries, tooth malalignments and malocclusions in North-German preschool children. J Orofac Orthop, 2008. 69(1): p. 5-19.. Dass für Milchzähne ein deutlicher Handlungsbedarf existiert, zeigen die Epidemiologischen Begleituntersuchungen zur Gruppenprophylaxe der Deutschen Arbeitsgemeinschaft für Jugendzahnpflege (DAJ) für das Schuljahr 2015/201614Team DAJ, Epidemiologische Begleituntersuchungen zur Gruppenprophylaxe 2016. 2017, Bonn: DAJ.. Diese Studie kommt zum Fazit, dass rund 14 Prozent der 3-jährigen Kinder in Kindertagesstätten Karies an den Milchzähnen haben.

Was schlimm ist, denn gesunde Milchzähne dienen als Platzhalter für die später in den Mund durchbrechenden bleibenden Zähne. Sie sind also das Fundament für ein gesundes bleibendes Gebiss. Geht ein Milchzahn ganz verloren ist eventuell sogar ein sogenannter Platzhalter notwendig, der die entstandene Lücke bis zum Durchbruch des bleibenden Zahnes offen hält. Für die Gesunderhaltung der Milchzähne tragen die Eltern die Hauptverantwortung. Was Eltern für die Zahngesundheit ihrer Sprösslinge tun können, beschreibt der Zahnarzt Dr. Ulrich Remschmidt in seinem Ratgeber „Kinder ohne Karies – Eine Anleitung für ein Zahngesundes Leben“.

Viel Wissenswertes auf 182 Seiten

Auf 182 Seiten geht der Autor zunächst auf die Bedeutung und Funktion der Milchzähne ein. Sie dienen nicht nur zum Abbeißen und Zerkleinern der Nahrung oder zur Lautbildung, sondern auch als Platzhalter für die später nachkommenden bleibenden Zähne. So manche kieferorthopädische Behandlung kann schon durch gesunde Milchgebisse verhindert werden. Um Karies zu vermeiden, müssen Eltern die Ursachen und Symptome der Krankheit kennen. Rund 40 Seiten widmet der Autor diesen Themen.

Ausführlich wird der Verlauf der Karies als multifaktoriell bedingte Erkrankung beschrieben und auf die notwendigen Therapien bei den einzelnen Kariesstadien eingegangen. Lesende erfahren, dass bei einer beginnenden Karies nicht gleich der Bohrer notwendig ist. Beispielsweise reicht bei weißlichen Verfärbungen des Zahnschmelzes, den „White Spots“, eine Behandlung mit Fluorid ausreichend sein. Erwähnt werden auch Ozonbehandlungen und das noch neue Verfahren die Kariesinfiltration. Hierbei ist anzumerken, dass in Deutschland die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für diese Therapien nicht übernehmen. Was auch für die erwähnte professionelle Zahnreinigung gilt.

Zwar ist unser Zuckerkonsum der Hauptverursacher für Karies, aber dennoch müssen wir nicht gänzlich auf Zucker verzichten. Denn die Menge und die Häufigkeit des Verzehrs sind der entscheidende Faktor. Wie sagte schon Paracelsus: „Die Dosis macht das Gift“. Der Autor weist zurecht darauf hin, dass auch versteckte Zucker, beispielsweise in Getränken, ein Problem sind. Detailliert widmet sich der Ratgeber den Fluoriden und deren Wirkung. Abgeschlossen wird das Kapitel mit der für Eltern wichtigen Tabelle zur aktuellen Fluoridanwendung, bzw. Fluoriddosierung.

Den wichtigen Beitrag der Ernährung zur Zahngesundheit beschreibt der Autor ausführlich in einem eigenen Kapitel, um anschließend ausführlich auf die individuellen Mundhygienenotwendigkeiten in den Altersgruppen 0 bis 6 Jahre bzw. 6 bis 12 Jahre einzugehen. Die Lesenden erfahren, wann Fingerzahnbürsten sinnvoll sind, was es mit der KAI-Zahnputztechnik auf sich hat, was bei Schnullern zu beachten ist oder warum Färbetabletten das Putzergebnis verbessern können. Auch auf die Bedeutung der Fissurenversiegelung zum Schutz der Backenzähne vor Karies wird detailliert eingegangen.

Fazit

Wichtige Punkte der einzelnen Themen werden am Ende der Kapitel kurz zusammengefasst. Der kleine Ratgeber liefert wichtige und verständlich dargestellte Informationen rund um die Zähne und die Zahngesundheit bei Kindern. Tipps erleichtern die tägliche Umsetzung der Zahnhygiene im Badezimmer, und zahlreiche Fotos und Farbillustrationen unterstützen den Text und dienen dem besseren Verständnis. Das Buch kann allen Eltern empfohlen werden. Die Zähne ihrer Kinder werden es ihnen danken.

(zpl, Hintergrundbild: proDente e.V.)

Kinder ohne Karies. Eine Anleitung für ein zahngesundes Leben
von Dr. Ulrich Remschmidt
Edition Keiper, Graz 2021
ISBN13: 978-3-903322-48-6
184 Seiten

Literatur/Anmerkungen

  • 1
    Calado, R., et al., Caries prevalence and treatment needs in young people in Portugal: the third national study. Community Dent Health, 2017. 34(2): p. 107-111.
  • 2
    Hugoson, A., et al., Caries prevalence and distribution in individuals aged 3-20 years in Jönköping, Sweden, over a 30-year period (1973-2003). Int J Paediatr Dent, 2008. 18(1): p. 18-26./[ [1-6]
  • 3
    Jacobsson, B., et al., Oral health in young individuals with foreign and Swedish backgrounds–a ten-year perspective. Eur Arch Paediatr Dent, 2011. 12(3): p. 151-8.
  • 4
    Heinrich-Weltzien, R., et al., [Dental health in German and Turkish school children–a 10-year comparison]. Gesundheitswesen, 2007. 69(2): p. 105-9.
  • 5
    Pieper, K., et al., Caries prevalence in 12-year-old children from Germany: results of the 2009 national survey. Community Dent Health, 2013. 30(3): p. 138-42.
  • 6
    Steiner, M., et al., Changes in dental caries in Zurich school-children over a period of 45 years. Schweiz Monatsschr Zahnmed, 2010. 120(12): p. 1084-1104.
  • 7
    Calado, R., et al., Caries prevalence and treatment needs in young people in Portugal: the third national study. Community Dent Health, 2017. 34(2): p. 107-111.
  • 8
    Baden, A., Schiffner, U., Milchzahnkaries bei 3-6jährigen Kindern im Landkreis Steinburg. Oralprophylaxe & Kinderzahnheilkunde, 2008. 30: p. 70-74.
  • 9
    Ferro, R., et al., Preschoolers‘ dental caries experience and its trend over 20 years in a North-East Italian Health District. Eur J Paediatr Dent, 2007. 8(4): p. 199-204.
  • 10
    Heilmann, A., et al., [The Common Risk Factor Approach – An Integrated Population- and Evidence-Based Approach for Reducing Social Inequalities in Oral Health]. Gesundheitswesen, 2016. 78(10): p. 672-677.]
  • 11
    Jones, C.M., et al., The caries experience of 5 year-old children in Scotland in 2013-2014, and in England and Wales in 2014-2015. Reports of cross-sectional dental surveys using BASCD criteria. Community Dent Health, 2017. 34(3): p. 157-162.
  • 12
    Lorbeer, L., Boemans, B, Wetzel, WE, Karieshäufigkeit bei Kindergartenkindern – Ein Vergleich der Werte für 1986 und 1996 in Mittelhessen. Oralprophylaxe & Kinderzahnheilkunde, 1998. 20: p. 95-100.
  • 13
    Robke, F.J., Effects of nursing bottle misuse on oral health. Prevalence of caries, tooth malalignments and malocclusions in North-German preschool children. J Orofac Orthop, 2008. 69(1): p. 5-19.
  • 14
    Team DAJ, Epidemiologische Begleituntersuchungen zur Gruppenprophylaxe 2016. 2017, Bonn: DAJ.

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