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Unser Gebiss – ein Meisterwerk der Natur

Das Gebiss – ein Meisterwerk der Natur

Schon vor der Geburt sind unsere Zähne im Kieferknochen angelegt. Denn bereits in den ersten sechs bis acht Schwangerschaftswochen entstehen die Keimanlagen für alle Zähne, die das Gebiss bilden. Zum Zeitpunkt der Geburt sind Teile der Milchzähne und der bleibenden Zähne ausgebildet. Mit etwa sechs Monaten wächst der erste Milchzahn, und mit dem ersten Geburtstag des Kindes sind die oberen und unteren Milchschneidezähne zu sehen. Gleichzeitig bilden sich die Backenzähne unter dem Zahnfleisch und beginnen durchzubrechen. Der kindliche Kiefer wird breiter. Mit zweieinhalb Jahren hat das Kind im Allgemeinen sein vollständiges Milchgebiss mit 20 Milchzähnen.

Das Milchgebiss mit 20 Milchzähnen
Das Milchgebiss mit 20 Milchzähnen

Mit sechs Jahren beginnt der Zahnwechsel

Die ersten vier bleibenden Backenzähne, die „Sechser“, brechen etwa im sechsten Lebensjahr hinter den letzten Milchzähnen durch. Diese Zähne müssen besonders sorgfältig gepflegt werden. Gehen sie früh durch Karies verloren, besteht die Gefahr, dass die Zahnreihe in Unordnung gerät und eine kieferorthopädische Behandlung nötig ist. Zwischen dem sechsten und zwölften Lebensjahr wechselt das Milchgebiss Zahn für Zahn. Die Wurzeln der Milchzähne werden in dieser Wechselgebissperiode langsam aufgelöst, wodurch die Zähne ihren Halt verlieren und ausfallen. Innerhalb weniger Wochen wachsen die bleibenden Zähne in die entstandene Zahnlücke hinein. Erst ganz zum Schluss brechen die hintersten Backenzähne, die Weisheitszähne, in die Mundhöhle durch. Nun ist das bleibende Gebiss mit 32 Zähnen vollständig.

Bleibendes Gebiss mit 32 Zähnen
Das bleibende Gebiss mit 32 Zähnen

Jeder Kiefer besitzt 16 Zähne, die den unterschiedlichen Kaufunktionen optimal angepasst sind. Die meißelförmigen Schneidezähne (Incisivi) greifen die Nahrung und zerteilen sie in kleine Stücke. Der angrenzende Eckzahn (Caninus) ist ein spitzer, dolchartiger Zahn. Bei Raubtieren ist dieser Zahn besonders stark ausgebildet und dient als Reißzahn. Das Zerkleinern und Zermahlen der Nahrung erfolgt mit den Seitenzähnen. Der Mensch besitzt auf jeder Seite zwei Backenzähne (Prämolaren) und drei Mahlzähne (Molaren). Diese Zähne besitzen eine Kaufläche mit mehreren Höckern. Dadurch können sie besonders gut durch Mahlbewegungen der Kiefer die Nahrung zwischen sich zerkleinern. Die Weisheitszähne (Sapiens) gehören ebenfalls zu den Mahlzähnen.

Jeder Zahn hat seine Nummer

In der Zahnmedizin hat jeder Zahn eine Hausnummer. Sie gibt an, um welchen Zahn es sich handelt. Dieses internationale Zahnschema wurde 1970 eingeführt. In ihm werden sowohl die einzelnen Zähne als auch die einzelnen Gebissquadranten durchnummeriert. Der obere rechte Quadrant erhält die Nummer 1. Oben links wird mit 2 bezeichnet. Unten links erhält die Nummer 3 und unten rechts die 4. Die Nummerierung geht von der Mittellinie aus. Zuerst wird die Zahl des Quadranten genannt, dann die Zahl des Zahnes.

Das internationale Zahnschema - jeder Zahn hat eine eindeutige Nummer
Das internationale Zahnschema – jeder Zahn hat eine eindeutige Nummer

Auch die Milchzähne können in diesem Schema von den bleibenden Zähnen unterschieden werden, da die Quadranten des Milchgebisses mit den Zahlen 5 bis 8 belegt werden. So bezeichnet die Zahl 23 den dritten bleibenden Zahn im linken Oberkiefer, also den Eckzahn. Die Zahl 63 wäre dem Milcheckzahn im linken Oberkiefer zugeordnet.

Der Zahnaufbau

Jeder Zahn muss im Laufe unseres Lebens enorm viel leisten. Wir zerkleinern im Laufe von 50 Jahren rund 20 Tonnen Nahrung. Dabei liegen die Kräfte, denen ein Zahn standhalten muss, zwischen 150 und 300 N (15 – 30 kg). In Extremfällen werden sogar bis zu 800 N (80 kg) erreicht. Doch die Natur hat gut vorgesorgt. Denn unsere Zähne bestehen aus den härtesten Substanzen unseres Körpers. Sie dienen nicht nur zum Abbeißen und Kauen, sondern auch zur Lautbildung beim Sprechen. Die Zähne stehen in der Regel lückenlos aneinandergereiht, wobei die Zahnreihe des Oberkiefers ein Halboval, die des Unterkiefers eine Parabel bildet. Ein Zahn besteht aus drei Teilen:

  • Zahnkrone
  • Zahnhals
  • Zahnwurzel.

Während die Zahnkrone in die Mundhöhle ragt, liegt die Zahnwurzel innerhalb des Knochenfachs (Alveole) im Kieferknochen. Die Zahnwurzel wird durch die Wurzelhaut im Knochenfach befestigt. Ein Zahn kann eine, zwei oder drei Wurzeln haben. Die Zahnwurzel ist etwa doppelt so lang wie die Zahnkrone. Zwischen der Zahnkrone und der Zahnwurzel liegt der Zahnhals.
Im Innern des Zahnes befindet sich die Markhöhle mit dem Zahnmark (Pulpa). Sie wird auch als Nerv bezeichnet. Die Zahnmarkhöhle verschmälert sich zur Wurzelspitze zum Wurzelkanal. Er ermöglicht an der Wurzelspitzenöffnung den Durchtritt von Nerven und Blutgefäßen. Entsprechend ihrer Funktion haben die einzelnen Zähne unterschiedliche Formen. Betrachtet man den Zahn unter einem Mikroskop, dann erkennt man, dass er aus den drei Hartsubstanzen

  • Schmelz
  • Dentin (Zahnbein)
  • Zement

sowie aus den Weichgeweben

  • Zahnmark (Pulpa) und
  • Wurzelhaut

besteht.

Backenzahn im Längsschnitt.
Backenzahn im Längsschnitt.

Der Zahnschmelz – härter geht es nicht

Der weißliche Zahnschmelz (Enamelum) bildet die äußere Schicht der Zahnkrone. Er muss starken Belastungen standhalten und ist daher aus der härtesten Substanz gebildet, die unser Körper erzeugt: aus Mineralkristallen (Apatitkristallen). Auf der Mohsschen Härteskala, die zehn Härtegrade umfasst, erreichen Zähne einen Wert von 5. Ein Diamant liegt bei 10, ein Quartz bei 7.

Diese Apatitkristalle bestehen zum größten Teil aus Calcium und Phosphor. Die Qualität des Zahnschmelzes hängt unter anderem von der Menge des in ihm vorhandenen Fluorids ab. Je mehr Fluorid enthalten ist, desto widerstandsfähiger gegen Säuren ist der Zahnschmelz. Trotz seiner Härte kann Zahnschmelz bei Schlag oder Stoß, beispielsweise bei einem Unfall oder beim Aufbeißen auf harte Gegenstände, absplittern. Die Schmelzbildung geschieht während der Zahnentwicklung im Kieferknochen. In dieser Zeit bauen zahnschmelzbildende Zellen, die Ameloblasten, kleine sechskantige Schmelzprismen auf. Nach der Zahnentwicklung gehen diese Schmelzbildner zugrunde, so dass zerstörter Zahnschmelz nicht vom Körper repariert wird.

Die Hauptmasse des Zahnes bildet das Zahnbein oder Dentin. Das Dentin umschließt die Pulpa, die Markhöhle und den Wurzelkanal. Es ist nicht so hart wie der Zahnschmelz, aber härter als Knochen. Das Dentin wird von feinen Kanälchen durchzogen, in die Fortsätze von Nervenzellen der Markhöhle hineinreichen. Diese Nervenzellen reagieren auf Temperaturunterschiede und können Schmerzen signalisieren. Sie senden auch Schmerzsignale, wenn der Zahnarzt bohrt. Dagegen kann der Zahnschmelz, der sich fast zu 100% aus mineralischen Bestandteilen zusammensetzt, beschliffen werden, ohne dass Schmerzen auftreten.

Die Pulpa ist sehr empfindlich

Das Zahnmark oder die Pulpa füllt als weiche Masse die Pulpahöhle und den Wurzelkanal im Dentin aus. Das Zahnmark besteht aus Bindegewebe, das von kleinsten Blutgefäßen und Nervenfasern durchzogen ist. Über das Wurzelspitzenloch steht die Pulpa jedes Zahnes mit dem Ober- und Unterkiefernerv in Verbindung.

Bei einer Schädigung des Zahnes, z. B. durch Karies oder einem Unfall kann sich der Nerv entzünden und absterben. Bakterien können über die Wurzelkanäle in den Körper eindringen und im Knochen an den Wurzelspitzen Entzündungen hervorrufen. Die körpereigene Abwehr reagiert auf diese Bakterieninvasion schlimmstenfalls mit einem schmerzhaften Eiterherd an der Wurzelspitze. Außerdem wird der gesamte Körper durch solche Infektionen belastet. Derartige Infektionen an noch lebenden oder bereits nervtoten Zähnen kann der Zahnarzt durch eine „Wurzelbehandlung“ bekämpfen. Die Prognose für einen wurzelbehandelten Zahn ist gut, allerdings erfordert die aufwendige Behandlung zum Erhalt des Zahns viel Zeit.

Die Zahnwurzel ist umgeben von einer dünnen Schicht Zement (Cementum). Das Wurzelzement bedeckt das Dentin der Wurzel und dient zur Verankerung der Bindegewebsfasern, die vom Alveolarknochen zur Wurzel ziehen und den Zahn in seinem Zahnfach verankern.

Wussten Sie es schon?

  • Warum Milchzähne so heißen
    Da die ersten Zähne bereits während der Stillzeit durchbrechen werden sie als Milchzähne bezeichnet. Der Begriff entstand vermutlich im 16. Jahrhundert.
  • Warum sind Milchzähne wichtig?
    Die Milchzähne sind Platzhalter für die nachfolgenden bleibende Zähne. Gehen sie zu früh verloren, bspw. durch Karies, dann kann dies dazu führen, dass später eine kieferorthopädische Behandlung nötig ist.
  • Wie kommt der Weisheitszahn u seinem Namen?
    Zu früheren Zeiten galt man bereits mit 30 oder 40 Jahren als „weiser Alter“. Da die Weisheitszähne normalerweise erst in den Kiefer durchbrechen, wenn man schon erwachsen ist, wurden sie „Weisheitszähne“ genannt.
  • Wachsen Zähne nach?
    Schön wäre es und würde uns Prothesen ersparen. Aber nur bei den Milchzähnen ist es der Fall. Gehen diese verloren, werden sie durch bleibende Zähne ersetzt.
    Ganz anderst ist die Situation im Tierreich. Alligatoren können bis zu 50 Mal einen herausgefallenen Zahn ersetzen. Haifische haben sogar ein Revolvergebiss. Bei ihnen stehen mehrere Zahnreihen hintereinander. Während die vordersten Zahnreihen aufrecht stehen, liegen die jungen Zähne noch am Gaumen an und richten sich erst nach und nach auf.
    Eine Hoffnung bleibt uns: Forscher sind dabei, mit Hilfe von Stammzellen Zähne zu züchten.
  • Schon Gletschermumie Ötzi hatte Zahnweh
    Forscher vom Zentrum für Evolutionäre Medizin der Universität Zürich konnten zeigen, dass vor über 5.000 Jahren schon Ötzi unter allen Zahnproblemen litt, unter denen auch wir heute leiden. Denn Karies und Parodontitis plagten ihn. Zudem war ein Frontzahn durch einen Schlag abgestorben (vgl. Der Bund).
  • Wer hat die härtesten Zähne?
    Dieser Rekord geht an die unscheinbare Napfschnecke. Denn ihre Zähne bestehen aus dem stärksten bekannten Biomaterial, dass das Mineral Goethit enthält.

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