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Implantat wird immer beliebter.

Wie viele Implantate braucht der Mensch?

Diese etwas provokante Frage ist nicht einfach zu beantworten. Schließlich hängt die Anzahl der benötigten Implantate vom gewünschten Zahnersatz (Krone, festsitzende Brücke oder herausnehmbare Prothese), von den noch im Mund vorhandenen Zähnen und vom Kieferknochen ab.

Dennoch, in einer Stellungnahme zum Stand der Implantologie (Richter 2005) gibt die Deutsche Gesellschaft für Implantologie (DGI) eine Entscheidungshilfe. So soll gemäß dieser Richtlinie im zahnlosen Unterkiefer herausnehmbarer Zahnersatz standardmäßig auf vier Implantaten abgestützt sein. Die Verwendung von zwei Implantaten ist ebenfalls möglich, allerdings kann hierbei ein stärkerer Knochenabbau möglich sein. Mit der Folge, dass der herausnehmbare Zahnersatz häufiger nachgearbeitet werden muss. Für festsitzenden Zahnersatz sind mehr Implantate als bei herausnehmbarem Zahnersatz notwendig.

Im zahnlosen Oberkiefer sind wegen des weniger tragfähigen Knochens sowie wegen des vergleichsweise geringeren Knochenangebotes mindestens vier Implantate zur Befestigung einer herausnehmbaren Prothese notwendig.

Hierbei sollten die Implantate miteinander verbunden sein (z. B. durch einen Steg), um die Prothesenkräfte gleichmäßig auf alle Implantate zu verteilen. Falls der Oberkieferknochen bereits stark abgebaut ist, sind auch bei herausnehmbaren Prothesen bis zu sechs Implantate notwendig.

Versorgung eines zahnlosen Oberkiefers mit herausnehmbarer Prothese auf sechs Implantaten.
Versorgung eines zahnlosen Oberkiefers mit herausnehmbarer Prothese auf sechs Implantaten. Fotos: Dentimages

Für festsitzenden Oberkieferzahnersatz müssen mindestens sechs Implantate verwendet werden.

Bei Freiendsituationen und großen Schaltlücken werden in Abhängigkeit von deren Ausdehnung für Verbundbrücken (Verbindung von Implantaten mit eigenen Zähnen) ein bis zwei Implantate und für rein-implantatgetragene Konstruktionen standardmäßig zwei oder drei Implantate benötigt.

Wie sieht der Zeitplan für eine Implantation aus?

Insgesamt muß man mit etwa 4 bis 12 Monaten rechnen. Dies hängt vom Umfang des geplanten Zahnersatzes und vom operativen Aufwand ab. Falls vor der eigentlichen Implantation noch der Kieferknochen aufgebaut werden muss, verlängert sich der Zeitraum.

  1. Voruntersuchung
  2. Besprechung der Befunde und Therapien
  3. Vorbehandlung, Planung (1 – 8 Wochen)
  4. Operation
  5. Entfernung der Fäden: nach 7 – 10 Tagen
  6. Einheilzeit
    – Unterkiefer ca. 3 Monate
    – Oberkiefer ca. 6 Monate
  7. Freilegung des Implantateingangs
  8. Abdrucknahme für Modellherstellung nach 10 – 14 Tagen
  9. Anfertigung des Zahnersatzes (1 – 8 Wochen)

Mini-Implantate – eine Sonderform für bestimmte Zwecke

Die Prothese wackelt, ständige Druckstellen und Probleme beim Kauen. Viele zahnlose Patienten mit Vollprothesen kennen diese Probleme. Implantate können hier helfen, die Situation entscheidend zu verbessern. Aber gerade bei älteren Patienten reicht der Knochen für Implantate nicht aus. Zudem sprechen oft der Allgemeinzustand und eine medikamentöse Behandlung gegen eine ausgedehnte chirurgische Behandlung.

Spezielle Implantate, sogenannte Mini-Implantate, können hier eine Lösung zur Befestigung von herausnehmbaren Zahnersatz bieten. Vor allem von Vollprothesen. Bereits durch wenige Mini-Implantate wird eine deutliche Verbesserung der Patientenzufriedenheit erreicht. Zum Ersatz einzelner Zähne oder zur Befestigung einer Brücke sind Mini-Implantate nur bedingt geeignet, bspw. bei sehr kleinen Zahnlücken im Frontzahnbereich des Unterkiefers.

Mini-Implantate: Minimaler Aufwand, aber nicht immer geeignet

Im Vergleich zu herkömmlichen Implantaten haben Mini-Implantate einen geringeren Durchmesser. Während Standard-Implantate einen Durchmesser von mindestens 3 mm aufweisen, haben Mini-Implantate einen Durchmesser von unter 3 mm (≤ 2,8 mm). Sie bestehen fast immer aus einem Teil, d.h. der Implantatkörper und der Implantataufbau sind aus einen Stückgefertigt. Ein großer Vorteil der Mini-Implantate ist, dass zum Befestigen der Implantate (Implantation) im Kieferknochen nur ein relativ geringer operativer Eingriff nötig ist. In der Regel muss nicht einmal das Zahnfleisch geöffnet werden. Bei einteiligen Mini-Implantaten erfolgt eine offene Einheilung. Eine spätere Freilegung ist daher nicht nötig.

Mini-Implantate zur Fixierung einer herausnehmbaren Vollprothese im Unterkiefer
Mini-Implantate zur Fixierung einer herausnehmbaren Vollprothese im Unterkiefer

Für die Fixierung von Prothesen gibt es unterschiedliche Haltesysteme, die wie ein Druckknopf wirken. Locatoren® und Kugelkopfanker sind die am weitesten verbreiteten Halteelemente zur Befestigung von herausnehmbaren Prothesen.

Zeitpunkt der Implantation ist wichtig

Eine künstliche Zahnwurzel kann prinzipiell zu jedem Zeitpunkt implantiert werden. Selbst dann, wenn Zahnlücken schon lange bestehen. Der Erfolg einer Implantation hängt gleichwohl auch vom richtigen Zeitpunkt des Eingriffs ab. Dieser sollte eher früher als später erfolgen.

Bevor Patienten sich einen Zahn ziehen lassen, sollten sie mit ihrem Zahnarzt darübersprechen, wie die Lücke später versorgt werden soll. Denn in bestimmten Fällen ist es sinnvoll, sofort eine künstliche Zahnwurzel zu implantieren, auf der später der Zahnersatz, bspw. eine Krone, befestigt wird. Auch wenn eine Prothese an eigenen Zähnen verankert ist, diese aber gezogen werden müssen, oder wenn eine Prothese locker wird, kann eine Implantation dazu beitragen, dass die Prothese wieder fest sitzt.

Was Kosten Implantate?

So verschieden die Menschen sind, so unterschiedlich aufwendig sind natürlich auch der Implantationsablauf und die Anfertigung des Zahnersatzes. Daher kann die Frage nach den entstehenden Kosten nicht pauschal beantwortet werden. Fast immer gibt es die Wahl zwischen einer einfacheren und damit weniger kostenintensiven und einer aufwendigeren und damit kostenintensiveren Lösung.

Bei privat Versicherten beteiligt sich die Privatversicherung (PKV) in der Regel an den Kosten der Implantation und der notwendigen Nachsorge. Da die Kostenbeteiligung jedoch von Versicherungsvertrag zu Versicherungsvertrag teilweise unterschiedlich geregelt ist, empfiehlt es sich, vor der Behandlung in seinen Vertrag zu schauen.

Für Versicherte einer gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) gilt, dass Implantate einschließlich der sich auf den Implantaten aufbauenden prothetischen Versorgung in der Regel nicht zum Leistungsangebot der gesetzlichen Krankenkasse gehören. Während die Kosten für die Implantation, also den chirurgischen Teil, ausschließlich zu Lasten des Versicherten gehen, beteiligt sich die GKV an den Kosten für den Zahnersatz auf dem Implantat im Rahmen der Festzuschussregelung. Der Festzuschuss wird von der jeweiligen Krankrenkasse anhand des vorgelegten Heil- und Kostenplans errechnet. Wurde das Bonusheft korrekt geführt, erhöht sich der Festkostenzuschuss. In jedem Fall sollten die Kosten vor Behandlungsbeginn geklärt sein. Sowohl für das Einbringen des Implantats in den Kieferknochen als auch für die spätere Versorgung mit Krone, Brücke und Co.

GKV: Ausnahmeregelung für schwerwiegende Fälle

Nur für besonders schwere Fälle wurden Ausnahmeregelungen geschaffen, bspw. beim Vorliegen von größeren Kiefer- und Gesichtsdefekten, bei Unfallverletzungen oder auch bei angeborenen Kieferfehlbildungen. Voraussetzung für eine Leistungsgewährung durch die gesetzliche Krankenversicherung ist in diesen Fällen, dass eine konventionelle prothetische Versorgung ohne Implantate nicht möglich ist (§28 SGB V). Zudem muss die Versorgung im Rahmen einer medizinischen Gesamtbehandlung erfolgen.

Damit scheiden Behandlungsfälle aus, bei in denen das Ziel der implantologischen Behandlung nicht über die reine Versorgung mit Zahnersatz zur Wiederherstellung der Kaufunktion hinausreicht.

“Implantologische Leistungen, die der Abstützung von Zahnersatz dienen sollen, sind “im Rahmen einer medizinischen Gesamtbehandlung” als Sachleistung zu erbringen, wenn sie notwendiger Teil einer medizinischen Gesamtbehandlung sind. Eine solche medizinische Gesamtbehandlung muss sich aus verschiedenen, nämlich aus human- und zahnmedizinischen notwendigen Bestandteilen zusammensetzen, ohne sich in einem dieser Teile zu erschöpfen. Nicht die Wiederherstellung der Kaufunktion im Rahmen eines zahnärztlichen Gesamtkonzepts, sondern ein darüber hinausgehendes medizinisches Gesamtziel muss der Behandlung ihr Gepräge geben. “

Bundessozialgericht, Urteil vom 7.5.2013, B 1 KR 19/12 R

Darüber hinaus gibt es Fälle, in denen Krankenkassen ausschließlich den Teil des implantatgetragenen Zahnersatzes bezuschussen können. Hierbei handelt es sich um:

  • den atrophierten (zurückgebildeten) zahnlosen Kiefer sowie
  • die zahnbegrenzten Einzelzahnlücken, wenn keine parodontale Behandlungsbedürftigkeit besteht, die Nachbarzähne kariesfrei und nicht überkronungsbedürftig bzw. überkront sind.

(zpl)

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Implantat wird immer beliebter.
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6 Kommentare zu „Implantat wird immer beliebter.

  • 23. Oktober 2020 um 9:06 pm
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    Dies war ein interessanter Artikel darüber, wie Implantate immer beliebter werden. Ich glaube, ich brauche vielleicht Zahnimplantate, weil meine Zähne nicht in gutem Zustand sind. Ich werde mich nach einem Zahnarzt umsehen, zu dem ich gehen kann, um die Möglichkeit einer Implantation zu besprechen.

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  • 14. Dezember 2020 um 2:28 pm
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    Danke für den informativen Beitrag über Zahnimplantate. Mein Vater hat ein paar Zähne verloren, die er sich auch neu implantieren lassen möchte. Er wurde auch schon gut von seiner Praxis für Implantologie beraten. Interessant, dass es inzwischen in Deutschland weit über 100 verschiedene Implantatsysteme gibt.

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  • 4. Januar 2021 um 11:27 am
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    Ich habe echt nicht gewusst, dass Zahnimplantate immer beliebter werden. Interessant, dass es inzwischen über 100 verschiedene gibt und Blattimplantate inzwischen nicht mehr genutzt werden. Ich bin konform mit der Meinung von Prof. Schwarz, dass man nur Implantate nutzen sollte, über die wissenschaftliche Studien vorliegen.

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  • 8. Januar 2021 um 9:37 am
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    Meine Frau braucht ein Implantat. Es ist gut zu wissen das dort keine Nachbarzähne beschliffen werden müssen und der Zahn direkt in den Knochen eingeht. Hoffentlich finden wir einen Zahnarzt, der das auch so gut machen kann. 

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  • 29. März 2021 um 7:29 am
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    Tatsächlich sehr interessante Zahlen und Fakten! Ich würde auf jeden Fall in erster Linie zu einem Zahnimplantat greifen, da die Nachbarzähne dabei nicht mit einbezogen werden.
    Ich bin für Mitte des Jahres auch dran-zwei Backenzähne. Bin aber aufgrund von Corona mal gespannt, ob ich meine Reise nach Budapest antreten kann.
    Ich habe mich auch sehr lange und intensiv mit dem Thema beschäftigt und mich aufgrund der günstigeren Konditionen für eine Behandlung in Ungarn entschieden (***** Werbung entfernt/red.). Ich bin mal gespannt wie es bei mir läuft.

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  • 31. März 2021 um 1:21 pm
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    Meine Frau will gern ein Implantat oder einen festsitzenden Zahnersatz haben. Es ist gut zu wissen das bei dieser Methode keine gesunden zähne angeschliffen werden müssen zur Befestigung. Hoffentlich finden wir einen Arzt, der sich gut damit auskennt.

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