Tag der Parodontologie 2019

Tag der Parodontologie und Muttertag.

Richtig, der 12. Mai ist Muttertag. Aber hätten Sie gewusst, dass der 12. Mai auch der Europäische Tag der Parodontologie ist? Also eine gute Möglichkeit, auf die Bedeutung der Parodontitis für die Mundgesundheit Schwangerer hinzuweisen.

#LoveYourGum – Liebe Dein Zahnfleisch

Mit einer deutschlandweiten Kampagne zum Tag der Parodontologie klärt die Deutsche Gesellschaft für Parodontologie (DG PARO) über die Volkskrankheit Parodontitis und die besondere Bedeutung der Mundgesundheit für werdende Mütter auf. Die Fachgesellschaft hat dazu ein vielfältiges, multimediales Paket zusammengestellt, das Patienten informiert. Unter dem Motto „#LoveYourGum – Liebe Dein Zahnfleisch“ will die Kampagne Schwangere sensibilisieren sowie auf die frühzeitige Diagnose und Behandlung von Parodontalerkrankungen vor und während der Schwangerschaft hinwirken.

Auf der Website der DG PARO stehen rund um den Aktionstag, der am 12. Mai 2014 von der European Federation of Periodontology (EFP) ins Leben gerufen wurde, vielfältige Informationen und multimediale Angebote bereit. Besonders Interessierte können auf der Website der EFP zudem die wissenschaftlichen Reports als Hintergrundinformationen zu den Empfehlungen herunterladen.

Volkskrankheit Parodontitis

Parodontitis ist in Deutschland weit verbreitet. Laut der aktuellen Deutschen Mundgesundheitsstudie (DMS V) sind 51,6 Prozent der 35-44-Jährigen und 64,6 Prozent der 65-74-Jährigen von einer moderaten oder schweren Parodontitis betroffen.

Parodontitis bei jüngeren Erwachsenen (35- bis 44-Jährige)
Parodontitis bei jüngeren Erwachsenen (35- bis 44-Jährige). Grafik: proDente e.V.

 

Parodontitis bei jüngeren Senioren (65- bis 74-Jährige)
Parodontitis bei jüngeren Senioren (65- bis 74-Jährige). Grafik: proDente e.V.

Nicht nur Zahnarztpraxen sind gefordert

Dabei ist Parodontitis gut beherrschbar. Vorausgesetzt, sie wird frühzeitig erkannt. Und hier liegt das Problem: die bevölkerungsweite Aufklärung ist ungenügend, und auch die Selbstwahrnehmung der Patienten schlecht ausgebildet. Gerade werdende Mütter wissen oft nicht, dass ihr Mund nun besondere Aufmerksamkeit benötigt.

Mit der diesjährigen Kampagne zum Europäischen Tag der Parodontologie sollen insbesondere schwangere Frauen verstärkt über Ursachen und Risikofaktoren von Zahnfleischerkrankungen aufgeklärt werden. Hier sind nicht nur Zahnärztinnen und Zahnärzte gefordert. Auch das gynäkologisches Fachpersonal und Hebammen können wertvolle Aufklärungsarbeit leisten.

Erhöhte Risiken während der Schwangerschaft

Die alte Volksweisheit „Jedes Kind kostet einen Zahn“ ist inzwischen mit wissenschaftlichen Daten belegt. Denn Mütter, die eines oder mehrere Kinder zur Welt bringen, haben tatsächlich eine schlechtere Zahngesundheit und damit ein erhöhtes Risiko, in der zweiten Lebenshälfte Zähne zu verlieren. Die möglichen Gründe für die problematische Zahngesundheit von Müttern sind vielfältig, jedoch bislang nicht eindeutig belegt.

Sicher ist: Die Schwangerschaft ist für Frauen ein Lebensabschnitt, in dem vielfältige Ursachen auch die Mundgesundheit beeinflussen. So steigern zum Beispiel erhöhte Hormonspiegel die Gefäßdurchlässigkeit im Gewebe und begünstigen Entzündung des Zahnfleischs. Zudem haben Schwangere häufig weniger Zeit für die eigene Mundhygiene, was das Risiko Karies zu bekommen oder an Parodontitis zu erkranken verstärkt.

Wissenschaftliche Studien konnten bislang keinen eindeutigen Zusammenhang zwischen Schwangerschaftskomplikationen und Parodontitis nachweisen. Nur bei Frauen, die bereits ein hohes Risiko für Schwangerschaftskomplikationen besitzen, zeigt die Parodontitistherapie einen positiven Effekt. Die nicht-chirurgische Parodontitistherapie kann auch während der Schwangerschaft – am besten im zweiten Drittel (14. bis zur 26. Schwangerschaftswoche, zweites Trimenon/Trimester) – sicher für Mutter und Kind durchgeführt werden. Das Risiko für Schwangerschaftskomplikationen lässt sich aber dann am wirksamsten reduzieren, wenn die Therapie bereits vor der Schwangerschaft erfolgt.

Aufklärung tut Not. Selbsttest gibt ersten Hinweis

Damit es im Idealfall gar nicht erst zu einer parodontalen Erkrankung kommt, sind umfassende Aufklärung, regelmäßige Kontrollen und eine sorgfältige häusliche Mundhygiene unerlässlich. Bei der zahnärztlichen Untersuchung ist auch die parodontale Situation zu kontrollieren. Dafür steht zum Beispiel der „Parodontale Screening Index“ (PSI) zur Verfügung, mit dem Parodontitis frühzeitig erkannt werden kann. Die Kosten für die Erhebung des PSI übernimmt die gesetzliche Krankenkasse alle zwei Jahre. Darüber hinaus kann mit Hilfe eines kleinen, von der DG PARO zusammen mit der Universität Greifswald entwickelten Selbsttest das individuelles Risiko für das Vorliegen einer Parodontitis einfach eingeschätzt werden.

(Quelle: DG Paro, Grafiken: proDente e.V.)

 

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